Leben und Wirken in München und Paris
Nachdem er zwischen 1908 und 1911 ein Atelier im Runtingerhaus in Regensburg unterhalten hatte, zog es Achmann hin zu den Zentren der Kunstwelt. Die Jahre von 1912 bis 1914 verbrachte er in Paris, um in der Metropole seine künstlerische Ausbildung zu vertiefen. Diese Zeit des Reisens ging einem bedeutenden Moment in München im Jahr 1917 voraus, als er gemeinsam mit George Grosz, Max Pechstein und Erich Heckel ausstellte. Diese Ausstellungen rückten sein Werk in den Fokus eines ganz spezifischen Kreises zeitgenössischer deutscher Kunst.
In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg setzte er sich intensiv mit den literarischen und visuellen Strömungen seiner Zeit auseinander. Von 1919 bis 1921 arbeitete er mit dem Dichter Georg Britting zusammen, um die expressionistische Zeitschrift Die Sichel herauszugeben. Diese Kooperation widmete sich der Schnittstelle zwischen grafischer Arbeit und Versmaß. Sein Engagement für die Publikation fiel mit einer Phase intensiver schöpferischer Kraft zusammen, die Werke wie Die Brennsuppenesser hervorbrachte; dieses 1919 entstandene Gemälde zeigt eine Sense im Hintergrund als subtile Anspielung auf seine redaktionelle Tätigkeit.
Hauptwerke und Schaffen
Achmanns künstlerische Hand bewegte sich mit bemerkenswerter Vielseitigkeit zwischen der schweren Textur der Ölmalerei und den scharfen, entschlossenen Linien des Holzschnitts. Um das Jahr 1919 herum verliehen seine Arbeiten eine ganz eigene, tiefgreifende persönliche Schwere. In dieser Zeit schuf er einen Holzschnitt mit dem Titel Selbstbildnis, ein Werk, das einen Moment der inneren Einkehr meisterhaft einfängt. In derselben Ära wandte er sich demselben Medium zu, um Flut zu erschaffen – ein Holzschnitt, der eine völlig andere, gewaltige Urkraft erkundet. Auch die Zusammenarbeit mit Georg Britting hinterließ tiefe Spuren auf seiner Leinwand; so malte er 1919 Die Brennsuppenesser als Hommage an ihr gemeinsames Wirken an der expressionistischen Zeitschrift Die Sichel. Das Gemälde zeigt im Hintergrund eine Sense – eine stille, subtile Anspielung auf diese besondere Partnerschaft.
Mit dem Vergehen der Jahre verlagerte sich sein Fokus zunehmend auf die unberührte Natur. Sein Schaffen umfasst vielfältige Landschaften, wie etwa die 1941 entstandene Landschaft, die heute in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München zu bewundern ist. Weitere Werke aus seinen späteren Jahren, darunter Schwaigerbichl und Winter Föhn aus dem Jahr 1952, zeugen von einer fortwährenden Auseinandersetzung mit dem Licht und der Form der bayerischen Umgebung. Auch sein grafisches Werk bleibt ein wesentlicher Bestandteil seines Vermächtnisses, wobei seine Holzschnitte in bedeutenden Sammlungen wie dem Robert Gore Rifkind Center for German Expressionist Studies intensiv untersucht werden.
- Die Brennsuppenesser (1919)
- Selbstbildnis (um 1919)
- Flut (um 1919)
- Landschaft (1941)
- Schwaigerbichl (1952)
- Winter Föhn (1952)
Späte Jahre und Tod
Die Jahre zwischen 1933 und 1935 markierten eine letzte Phase öffentlicher Sichtbarkeit für Josef Achmann, in denen er an fünf Ausstellungen teilnahm. Doch dieses Zeitfenster künstlerischer Aktivität war nur von kurzer Dauer. Nach 1935 sah er sich einem Ausstellungsverbot gegenüber, und seine Gemälde wurden von den Wänden der öffentlichen Galerien entfernt. Die Stille, die auf diese Zeit folgte, war geprägt von einer tiefgreifenden Veränderung seines Lebensumfeldes.
Von 1940 bis zu seinem Lebensende lebte Josef Achmann in Schliersee. Er blieb fast zwei Jahrzehnte an diesem Ort, eine lange Zeit des Verweilens, die ihn durch die letzten Phasen seines Lebens begleitete. Am 25. Oktober 1958 verstarb er in Schliersee.
Wo man seine Werke heute bewundern kann
Das künstlerische Erbe von Josef Achmann ist in verschiedenen Sammlungen bewahrt, wobei die Fundorte oft eng mit den Orten verknüpft sind, an denen sein Leben und sein Schaffen Wurzeln schlugen. In Regensburg bewahrt die Städtische Galerie im Leeren Beutel eine ständige Ausstellung, die auch seine Werke umfasst. Diese Galerie, untergebracht in einem historischen Speichergebäude, präsentiert seine Stücke im Kontext anderer Künstler aus Ostbayern. Es ist ein Ort der Stille, an dem man seine grafischen Arbeiten und Gemälde inmitten der lokalen Landschaft wiederfinden kann.
In München bewahren die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mehrere seiner Werke auf. Diese Stücke sind Teil des institutionellen Gedächtnisses jener Stadt, in der er einst studierte und ausstellte. Die Präsenz seiner Gemälde in diesen staatlichen Sammlungen zeugt von der Bedeutung, die sein Werk für die regionale Kunstgeschichte besitzt.
Über den Atlantik hinweg beherbergt das Los Angeles County Museum of Art Arbeiten aus seiner frühen grafischen Phase. Dort findet man seinen Holzschnitt Selbstbildnis aus der Zeit um 1919, zusammen mit dem Holzschnitt Flut, ebenfalls um 1919 entstanden. Diese Werke, die im Robert Gore Rifkind Center for German Expressionist Studies aufbewahrt werden, ermöglichen einen tiefen Einblick in die Texturen seines grafischen Ausdrucks aus dieser ganz spezifischen Lebensphase.
Fragen & Antworten
In welche Zeitperioden lässt sich die Karriere von Josef Achmann unterteilen?
Die Werdegang von Josef Achmann ist eine scrollbare Zeitachse, die die Werke des Künstlers in chronologischer Reihenfolge präsentiert, unterteilt in Kapitel nach Schaffensperioden.
Aus welcher Epoche stammte Josef Achmann?
Josef Achmann war in der Epoche der Moderne tätig. Diese Periode ordnet das künstlerische Schaffen historisch ein.
Wo kann ich die Kunstwerke von Josef Achmann in chronologischer Reihenfolge sehen?
Die Kunstwerke von Josef Achmann können in chronologischer Reihenfolge auf der Zeitstrahl der Kunstwerke-Seite des Künstlers eingesehen werden.
Gibt es eine vollständige Liste der Kunstwerke von Josef Achmann?
Alle Werke von Josef Achmann auf diese Webseite können auf der Alle Kunstwerke-Seite des Künstlers durchstöbert werden.
