Frühes Leben, Familie und Ausbildung
Hans Stübner kam am 21. August 1900 im Berliner Stadtteil Friedrichshain zur Welt. Er wurde in eine Familie hineingeboren, in der Handwerk und Abstammung einen festen Platz einnahmen; sein Vater war Emil-Franz-Robert Stübner und seine Mutter Sofie-Anna-Klara Wagner. Sein Großvater, Karl-Robert Stübner, hatte seinen Lebensunterhalt als Böttcher verdient, ein Handwerk, das tief in der praktischen Formgebung von Holz verwurzelt ist. Dieser Hintergrund handwerklichen Geschicks schien in der Luft um den jungen Jungen zu liegen, während er begann, seinen eigenen Weg durch die schöpferischen Künste zu finden.
In seiner Jugend versuchte Hans Stübner, sich durch Arbeit in den Lindhorster Kunstwerkstätten über Wasser zu halten. In diesen prägenden Jahren begann er zum ersten Mal, seine Visionen in greifbare Formen zu übersetzen, indem er seine frühesten Originalentwürfe für gewebte Wandbehänge schuf. Diese frühe Auseinandersetzung mit Textur und Muster bildete das Fundament für die folgenden formalen Studien. Im November 1919 führte ihn sein Weg an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin, wo er zur Aufnahme einer disziplinierteren Ausbildung zugelassen wurde.
Innerhalb der Mauern dieser Institutionen suchte er den Rat von Meistern, um seine sich entwickelnde Hand zu verfeinern. Er studierte bei Professor Spiegel, eine Lehrzeit, die maßgeblich zu seinem Verständnis der visuellen Sprache beitrug. Diese Studienjahre in Berlin waren von entscheidender Bedeutung und markierten den Übergang von einem jungen Mann, der sich seinen Weg in Werkstätten erarbeitete, zu einem engagierten Studenten der bildenden Künste.
Akademische Ausbildung und professioneller Werdegang
Sein formeller Weg in der Kunst führte ihn an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin, wo er im November 1919 sein Studium aufnahm. Diese prägende Lernphase setzte sich fort, während er sich stetig weiterentwickelte, bis er 1929 als Meisterschüler an der Preußischen Akademie der Künste aufgenommen wurde. In diesen geschützten Räumen verfeinerte er sein Handwerk unter der Anleitung von Arthur Kampf und Ernst Christian Pfannschmidt. Während der Jahre der nationalsozialistischen Ära war seine berufliche Stellung durch die Mitgliedschaft in der Reichskammer der bildenden Künste geprägt, und seine Präsenz in der Kunstwelt wurde durch die Teilnahme an dreißig bedeutenden Gruppenausstellungen gefestigt.
Das Jahr 1936 brachte ein besonderes Prestigeobjekt mit sich, als er mit der Gestaltung der Illustrationen für das Programmheft der Olympischen Spiele in Berlin betraut wurde. Nach den turbulenten Kriegsjahren verlagerte sich sein beruflicher Fokus hin zur Lehre. Im Jahr 1950 erhielt er eine Berufung als Dozent für Freie Malerei und Bildweberei an der Staatlichen Werkkunstschule Berlin. Er blieb ein engagierter Pädagoge an dieser Akademie und hielt seine Position bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1966. Selbst nach dem Verlassen der akademischen Hallen lebte und arbeitete er bis zu seinen letzten Tagen als freischaffender Maler in Berlin.
Technik und künstlerischer Stil
Die Hand des Künstlers offenbart sich in einer gewissen Dringlichkeit beim Auftrag der Farbe. In Werken wie Mann im Kahn pflegte er einen expressionistischen Ansatz und bevorzugte einen Stil, der das unmittelbare Gefühl über die akribische Präzision stellte. Er trug das Öl mit einem schnellen, breiten Pinselstrich auf die Leinwand auf, wodurch die Textur der Striche sichtbar und lebendig auf der Oberfläche blieb. Diese Methode lässt auf einen Künstler schließen, der mit einem Gefühl von Dynamik arbeitet und das Wesen seines Motivs durch entschlossene, ausladende Bewegungen einfängt, anstatt durch langsame, schichtweise Verfeinerung.
Seine Materialwahl variierte zudem je nach der Natur seiner Sujets. Während die Leinwand einen robusten Untergrund für seine eher gestischen Kompositionen bot, griff er für andere Vorhaben auf Leinen zurück. In seinem Jägerportrait nutzte er Öl auf Leinen, um die Gestalt eines Jägers darzustellen. Diese Wahl des Bildträgers ermöglichte in Verbindung mit dem Medium eine spezifische taktile Qualität in der Porträtmalerei, die den Charakter des Mannes mit einem fokussierten, beobachtenden Auge erfasste. Ob er nun an der weiten Dimension einer Landschaft oder den intimen Maßen eines Porträts arbeitete – seine Technik blieb stets in der physischen Präsenz der Farbe selbst verwurzelt.
Späte Jahre und Tod
Nach dem Ende des Krieges fand sich Stübner in Waldsassen wieder, wo er nach 1945 ansässig blieb. Diese Zeit markierte einen Wendepunkt in seinem Leben, da er sich von den formalen akademischen Strukturen seiner früheren Jahre entfernte. Schließlich kehrte er in die Hauptstadt zurück und ließ sich in Berlin-Nikolassee nieder. Dort verbrachte er seine letzten Jahre als freischaffender Maler und setzte seine künstlerische Praxis in der Stille am Stadtrand fort.
Der Künstler blieb bis zu seinem Tod am 16. Dezember 1973 in Berlin. Sein Lebenswerk und seine persönliche Geschichte sind tief mit dem Boden der Stadt verwurzelt, in der er so lange lebte und wirkte. Er wurde auf dem Evangelischen Kirchhof Nikolassee in Berlin beigesetzt und hinterließ ein Vermächtnis, das durch die Schulz-Stübner-Stiftung „Ein Leben mit Bildern“ bewahrt wird.
Fragen & Antworten
Wie kann ich die Entwicklung des Werks von Hans Stübner über die Jahre hinweg verfolgen?
Eine Zeitachse der Werke von Hans Stübner ist verfügbar: Auf der Seite Zeitstrahl der Kunstwerke des Künstlers sind die Kunstwerke nach ihrem Entstehungsdatum sortiert.
Wie viele Kunstwerke von Hans Stübner können durchstöbert werden?
Sie können 3 Kunstwerke Werke von Hans Stübner auf der Seite Alle Kunstwerke durchstöbern.
Kann ich die Werke von Hans Stübner nach Schlagworten durchsuchen?
Auf der Seite Nach Schlagworten von Hans Stübner werden die Kunstwerke des Künstlers nach Schlagworten gruppiert.
In welchen Stilrichtungen war Hans Stübner tätig?
Auf der Seite Alle Stilrichtungen werden die Kunstwerke von Hans Stübner nach Kunstströmungen gruppiert.
