Die Architektur des Fuglsang Art Museum
Das Fuglsang Art Museum liegt eingebettet in die ländliche Idylle der Gemeinde Guldborgsund auf der dänischen Insel Lolland. Als integraler Bestandteil des Fuglsang Kulturzentrums beherbergt das Museum ein eigens dafür geschaffenes Bauwerk, das von Tony Fretton entworfen wurde. Das weiß getünchte, modernistische Gebäude wurde mit der Vision geschaffen, in vollkommener Harmonie mit dem Fuglsang-Anwesen und der umgebenden Natur zu verschmelzen. Diese tiefe Integration von Architektur und Umwelt bildet das Herzstück der Präsenz dieses besonderen Ortes.
Das Design des Gebäudes hat bereits internationale Anerkennung gefunden: Es wurde für den prestigeträchtigen Stirling Prize im Jahr 2009 nominiert und mit dem RIBA European Award 2009 ausgezeichnet. Die Architektur pflegt einen stillen Dialog mit der Landschaft und vermeidet es dabei, sich dem Anwesen aufzudrängen. Vielmehr schafft die Struktur einen spezifischen, wohlüberlegten Rahmen für die Kunstwerke, die sie beherbergt, und stellt sicher, dass das Gebäude und seine Umgebung in einem Zustand gegenseitigen Respekts miteinander existieren.
Die umfangreiche Gemäldesammlung
Das Museum beherbergt etwa 500 Gemälde, die einen bedeutenden Zeitraum der dänischen Kunstgeschichte abdecken. Die Sammlung reicht von Werken aus dem späten 18. Jahrhundert bis hin zur dänischen Goldenen Ära in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Während diese frühen Stücke ein kunstvolles Fundament bilden, liegt der eigentliche Schwerpunkt der Sammlung auf der Ära um 1900. Diese Epoche ermöglicht eine konzentrierte Betrachtung der tiefgreifenden Veränderungen in der dänischen Bildsprache an der Schwelle zum neuen Jahrhundert.
Die Auswahl der Künstler spiegelt die vielfältigen Bewegungen wider, die die Ästhetik der Nation geprägt haben. Man findet den Einfluss der Skagen-Maler und der Fynboerne neben den spezifischen Beiträgen von Theodor Philipsen und L. A. Ring. Die Präsenz von Vilhelm Hammershøi und Oluf Hartmann verleiht den Galerien eine ganz besondere Tiefe und Bedeutung. Weitere herausragende Persönlichkeiten, die in der Sammlung vertreten sind, umfassen Jais Nielsen, Jens Juel, Kristian Zahrtmann, Olaf Rude, P. C. Skovgaard und Vilhelm Lundstrøm.
- Porträt des Malers Niels Peter Holbech, um 1824 - Wilhelm Bendz
- Erntezeit, 1901 - Anna Ancher
- Ein Frühlingstag in Karrebæksminde, um 1897 - Laurits Andersen Ring
- Nebeliger Wintertag in Vinderø, 1901 - Laurits Andersen Ring
- Selbstporträt bei Lampenlicht, 1916 - Kristian Zahrtmann
- Gemälde aus dem Umland von Sorø, 1915 - Harald Giersing
Skulptur und Arbeiten auf Papier
Das Museum beherbergt etwa 199 Skulpturen, eine Sammlung, die sich vom späten 19. Jahrhundert bis in das Jahr 1950 erstreckt. Ein besonderer Schwerpunkt dieser Werke liegt auf der Zeitspanne zwischen 1930 und 1950. Mit ihrer physischen Präsenz nehmen diese Figuren den Raum ein und laden zu einer stillen Betrachtung ein, wobei viele von ihnen die stilistischen Umbrüche der Mitte des 20. Jahrhunderts widerspiegeln.
Neben den dreidimensionalen Werken umfasst die Sammlung eine umfangreiche Auswahl an Arbeiten auf Papier, die primär aus dem 20. Jahrhundert stammen. Diese Auswahl reicht von Zeichnungen bis hin zu Aquarellen, wobei ein bedeutender Fokus auf grafischen Arbeiten liegt. Diese Stücke bieten eine intimere Ausdrucksebene und ermöglichen eine tiefere Auseinandersetzung mit Linie und Textur.
- Selbstporträt bei Lampenlicht, um 1916 - Kristian Zahrtmann
- Erntearbeiter, 1927 - Johannes Wilhjelm
Kunst in der umgebenden Landschaft
Das Museum hat seine Sammlung um Kunst im öffentlichen Raum erweitert und damit die Präsenz der Werke weit über die Innenwände hinaus ausgedehnt. Diese Kunstwerke sind Teil der Fuglsang Art Landscape, einer Serie von landschaftlichen Dialogen, die die Kunst organisch mit der natürlichen Umgebung verschmelzen lassen. Die Positionierung dieser Werke erfolgte durch die Künstlerinnen Lea Porsager, Ditte Gantriis, Ragnhild May und Lulu Refn.
Die Kulisse umfasst den Fuglsang-Garten sowie die geschützte Salzwiese von Skejten, die sich dem Guldborgsund entgegenstreckt. Diese besonderen Orte ermöglichen es der Kunst, in einem ständigen Zwiegespräch mit dem ganz spezifischen Licht und der Topografie der Insel Lolland zu stehen. Die Landschaft bietet dabei einen stillen, fast meditativen Kontext für die Installationen im Freien.
