Johannes Wilhjelm

1868 - 1938

Kurzbiografie

  • Nationality: Dänemark
  • Color intensity: monochrom
  • Museums on APS:
    • Statens Museum for Kunst
    • Skagens Museum
    • ARoS Aarhus Kunstmuseum
    • Fuglsang Art Museum
  • Typical colors:
    • grau
    • espresso
  • Also known as:
    • Johannes Martin Fasting Wilhjelm
    • Joyannes Martin Fastings Wilhjelm
    • J. F. Wilhjelm
    • Johannes M. Fasting Wilhjelm
  • Copyright status: Public domain
  • Died: 1938

Frühes Leben, Familie und Ausbildung

Johannes Wilhjelm tritt am 7. Januar 1868 in die Geschichtsschreibung ein, geboren in Nakskov, Dänemark. Sein Weg zur formalen Ausbildung beginnt in den Klassenzimmern des Gymnasiums, wo er im Jahr 1887 sein Abitur macht. Dieses akademische Fundament führt ihn direkt nach Kopenhagen. Dort strebt er nach technischer Meisterschaft an der Kunstschule von Harald Foss – ein Schritt, der den Weg für seinen Eintritt in die Königlich Dänische Kunstakademie im Jahr 1888 ebnet.

Mit fortschreitendem Jahrzehnt wird seine Ausbildung immer spezialisierter. Zwischen 1892 und 1894 bewegt sich Wilhjelm in den Kreis der Kunstnernes Frie Studieskoler. Hier studiert er bei P.S. Krøyer und absorbiert die Methoden einer der bedeutendsten Gestalten jener Ära. Diese Phase der Unterweisung verfeinert seinen künstlerischen Ansatz, bevor sich sein Fokus auf den Einfluss anderer Meister verlagert.

Ein bedeutender Wendepunkt vollzieht sich im Jahr 1903. Wilhjelm verbringt ein Jahr lang das Studium bei Kristian Zahrtmann. Diese spezifische Zeit der Ausbildung markiert eine Abkehr von seinen früheren, eher starren Tendenzen. Die Mentorenschaft unter Zahrtmann liefert den technischen und stilistischen Rahmen, der sein späteres Schaffen maßgeblich definieren wird.

Reisen und künstlerische Entwicklung

Die 1890er Jahre markieren eine entscheidende Wende in Wilhjelms Lebensweg. Im Jahr 1893 reist er gemeinsam mit Kristian Zahrtmann nach Italien – ein Aufbruch, der seine visuelle Sprache grundlegend verändert. Er verbringt mehrere Jahre, tief eingetaucht in die italienische Landschaft, und tauscht seine früheren, eher starren Kompositionen gegen eine Palette ein, die von Licht und Farbe definiert wird. Der Einfluss der mediterranen Sonne ist in Werken wie Motiv fra en Procession i Appenninerne deutlich spürbar, wo die Leuchtkraft der Szenerie an oberste Stelle tritt.

Mit dem Fortschreiten der Jahrzehnte verlagert sich sein Fokus hin zu den nördlichen Weiten Dänemarks. Ab etwa 1910 beginnt er, die Künstlerkolonie in Skagen aufzusuchen. Er lässt sich dort dauerhafter nieder und erwirbt 1916 ein Haus in Skagen Østerby. Hier wandelt sich die Motivwelt hin zu den Dünen und dem besonderen Küstenlicht des Nordens, wobei er oft seine eigenen Töchter als Modelle für seine Figuren nutzt. Diese Zeit in Skagen markiert ein bedeutendes Kapitel seiner Karriere, das sein Werk fest in den spezifischen Texturen der dänischen Küste verwurzelt.

In seinen späteren Jahren zieht es ihn durch verschiedenste europäische Landschaften. Anfang der 1920er Jahre lebt er in Südfrankreich und sucht weiterhin nach neuen Umgebungen, die er auf die Leinwand bannen kann. Seine Wanderungen spiegeln ein Leben wider, das dem Licht gewidmet war – von der Hitze der italienischen Berge über den sich ständig wandelnden Sand Jütlands bis hin zu den Ufern der französischen Küste.

Technik und künstlerischer Stil

Die frühen Pinselstriche von Johannes Wilhjelm besitzen eine ganz eigene, strukturierte Qualität. In Werken wie Bøn om Regn und Vinhøst I Abruzzerne nutzt er einen reliefartigen Stil, der an antike Friese erinnert. Dieser Ansatz erzeugt eine fast skulpturale, flächige Tiefe – eine Technik, die Kristian Zahrtmann später eher ablehnte. Doch als sich die Verbindung des Künstlers zu Zahrtmann vertiefte, begann sich auch die Palette des Malers zu wandeln. Die einst starren Kompositionen wichen den leuchtenden, farbenfrohen Landschaften Italiens, insbesondere jenen, die er in Civita d'Antino einfing. Hier ist der Einfluss von Zahrtmann unverkennbar, der sich in einem fließenderen und lichtvolleren Farbauftrag manifestiert.

Die Natur bleibt der zentrale Protagonist in seinem gesamten Schaffen. Johannes Wilhjelm, der sich selbst als „Kind der Natur“ bezeichnete, suchte stets nach den rohen Texturen der dänischen Landschaft. Sein Weg führte ihn von den sonnenverwöhnten Hügeln Italiens über die sich ständig verändernden Dünen von Skagen bis hin zu den weiten Mooren Jütlands. Seine Werke fangen das ganz spezifische Licht dieser Umgebungen ein, sei es in den Küstenszenen von Sønderstrand oder in der einsamen Schönheit der Heide in Idyl paa Heden (1908). Diese tiefe Verbundenheit mit dem Land erstreckte sich auch auf seine formelleren Auftragsarbeiten, in denen er sich religiösen Figuren und Altarbildern wie Daphnis og Chloë (1906) zuwandte.

  • Bøn om Regn
  • Vinhøst I Abruzzerne
  • Motiv fra en Procession i Appenninerne
  • Idyl paa Heden (1908)
  • Daphnis og Chloë (1906)
  • Malerinder på Skagen (1912)

Ausstellungen und Anerkennung

Die institutionelle Landschaft der dänischen Kunst bildete das Fundament für die professionelle Stellung von Johannes Wilhjelm. Von 1893 bis 1939 war er mit einer beständigen Präsenz in Charlottenborg vertreten, wo er jedes Jahr seine Werke ausstellte. Diese Kontinuität zeugt von einer tiefgreifenden und langfristigen Auseinandersetzung mit der etablierten Kunstszene. Sein Einfluss erstreckte sich dabei weit über die reine künstlerische Schöpfung hinaus und reichte in die administrativen und bildungspolitischen Strukturen der damaligen Zeit. Zwischen 1905 und 1914 engagierte er sich als Mitglied des ständigen Komitees in Charlottenborg, worauf eine direkte Rolle innerhalb der Akademie folgte, in der er von 1914 bis 1922 ein wichtiges Mandat innehatte.

Die Anerkennung seines technischen Geschicks und seines Beitrags zur Malerei manifestierte sich in bedeutenden formalen Auszeichnungen. So wurde ihm im Jahr 1910 die Eckersberg-Medaille verliehen, eine Ehre, die er 1911 erneut erhielt. Doch sein künstlerisches Wirken blieb nicht auf die dänischen Grenzen beschränkt; seine Werke fanden auch auf internationalem Parkett Anklang. Er stellte in Italien, Frankreich, Norwegen, Deutschland und Großbritannien aus und bettete seine Vision so in einen breiteren europäischen Kontext ein. Während seine Präsenz in der dänischen Akademie und in Charlottenborg eine stetige Konstante blieb, sorgten diese internationalen Ausstellungen dafür, dass die Reichweite seiner Landschafts- und Porträtstudien weit über den Norden hinausstrahlte.

Fragen & Antworten

Welche Stimmungen drücken die Kunstwerke von Johannes Wilhjelm aus?

Die Werke von Johannes Wilhjelm können auf der Stimmungswelten-Seite des Künstlers nach Stimmung durchstöbert werden, auf der die Kunstwerke nach ihrer jeweiligen Stimmung sortiert sind.

In welche Zeitperioden lässt sich die Karriere von Johannes Wilhjelm unterteilen?

Die Karriere von Johannes Wilhjelm entfaltet sich Epoche für Epoche auf der Werdegang-Seite des Künstlers: eine horizontale Zeitachse der Kunstwerke, gruppiert in Kapitel nach Schaffensperioden.

Aus welcher Epoche stammte Johannes Wilhjelm?

Johannes Wilhjelm war in der Epoche der – 19. Jahrhundert tätig. Diese Periode ordnet das künstlerische Schaffen historisch ein.

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
In welchem Land malte Johannes Wilhjelm während seiner Reisen in den 1890er Jahren helle, farbenfrohe Landschaften?
Frage 2:
Welcher Künstler beeinflusste Wilhjelms Malstil maßgeblich?
Frage 3:
Wo schloss sich Wilhjelm um 1910 einer Künstlerkolonie an?
Frage 4:
Welche Auszeichnung wurde Wilhjelm sowohl 1910 als auch 1911 verliehen?
Frage 5:
Welches dieser Werke ist ein Porträt von Michael Ancher?