Frühe Jahre und künstlerische Ausbildung
Joseph Aubert wurde am 20. August 1849 in Nantes, Frankreich, geboren. Seine frühen Jahre in dieser Hafenstadt leiteten eine Bewegung hin zu den formalen Strukturen der französischen Kunst ein. Im Jahr 1872 heiratete er die Tochter des Mathematikers Jean Claude Bouquet – eine Verbindung, die kurz vor seinem formellen Eintritt in das Pariser akademische System geschlossen wurde.
Das Jahr 1873 markierte einen Wendepunkt in seinem beruflichen Werdegang, als er an die Ecole des Beaux-Arts in Paris aufgenommen wurde. Er trat in das Atelier von Alexandre Cabanel ein, ein Umfeld, das sowohl seinen technischen Ansatz als auch seinen Fokus auf religiöse Themen maßgeblich prägen sollte. Diese Ausbildung legte das Fundament für sein späteres Schaffen, das sich sowohl in der Malerei als auch im Entwurf von Glasmalereien entfaltete.
Religiöse Kunst und Auftragsarbeiten
Aubert fand seine Bestimmung in der Stille sakraler Architektur. Einen Großteil seiner Schaffenszeit widmete er der Religionsmalerei und den präzisen Anforderungen des Glasmalerei. Seine Hände waren oft mit der gewaltigen Aufgabe beschäftigt, Kircheninterieurs zu schmücken, was er am eindrucksvollsten durch die Fresken zum Ausdruck brachte, die er für Notre-Dame des Champs in Paris und Notre-Dame de Besançon schuf. Diese Werke verlangten nach einer unerschütterlichen Hand, um der monumentalen Größe der Steinwände, die sie bewohnten, gerecht zu werden.
In der Kirche Notre-Dame-des-Champs ist sein Wirken durch mehrere großformatige Schöpfungen spürbar. Er schuf eine Serie von 22 großformatigen Leinwänden, die sich um das Leben der Jungfrau Maria drehten. In derselben Kirche steuerte er zudem zehn Gemälde für den Chor bei. Eines seiner bedeutendsten Werke für diesen Raum ist der Triomphe universel de la Vierge, ein Ölgemälde auf Leinwand, das schließlich mittels Marouflage an der Wand des Chorschlusses angebracht wurde.
Hauptwerke und Skizzen
Im Jahr 1879 richtete Aubert seinen Blick auf die Innenräume von Paris, insbesondere auf die Schule für Jungen in der Rue Dombasle im 15. Arrondissement. Für das Empfangszimmer dieser Institution schuf er mehrere Skizzen, die die spezifischen Anforderungen des Raumes meisterhaft einfangen. Diese Werke, darunter ein Ölgemälde auf Leinwand, zeugen von seinem feinen Gespür für Architektur und Raum. Während eine Version der Skizze auf das Jahr 1879 datiert ist, erscheinen andere Arbeiten aus derselben Epoche in verschiedenen Formen, darunter eine Fassung aus dem Jahr 1879.
Mit der Zeit wandte sich seine Pinselführung auch dramatischeren, historischen Sujets zu. Im Jahr 1882 vollendete er Les Noyades de Nantes en 1793. Dieses Werk markiert eine Abkehr von der rein architektonischen Planung seiner früheren Skizzen und konzentriert sich stattdessen auf einen hochemotionalen, spezifischen Moment der Geschichte. Sein Schaffen in dieser Zeit offenbart eine sichere Hand, sowohl bei der Vorbereitung dekorativer Umgebungen als auch bei der Ausführung größerer, singulärer Meisterwerke.
- Skizze für das Empfangszimmer der Jungenschule in der Rue Dombasle, 15. Arrondissement von Paris (1879)
- Les Noyades de Nantes en 1793 (1882)
Wo man seine Werke heute bewundern kann
Ein beträchtlicher Teil des Schaffens von Joseph Aubert ist in den Mauern des Petit Palais, dem Museum der Schönen Künste der Stadt Paris, bewahrt. In diesen Räumen wandelt sich der Fokus weg von seinen monumentalen religiösen Auftragsarbeiten hin zu stillen, intimen Studien der menschlichen Form. Diese Werke offenbaren eine Vorliebe für ganz besondere Texturen und die Art und Weise, wie sich das Licht auf einem Profil niederlässt. Man begegnet dort etwa einem Mönch im Profil, gezeichnet mit Sanguine auf blauem Papier, oder einem Priester, dessen Züge in schwarzer Kreide auf Papier eingefangen wurden. Diese Stücke zeugen von einer Hand, die sowohl an das Gewicht eines Bleistifts als auch an die Sanftheit von Kreide gewöhnt ist.
Die Sammlung im Petit Palais umfasst zudem intensivere, experimentellere Spuren. Man kann dort den Kopf einer heiligen Frau im Profil beobachten, bei dem der Künstler sowohl Blut als auch schwarzen Stein auf Papier verwendete, um die Gesichtszüge zu definieren. Diese kleineren Arbeiten gewähren einen Einblick in die technischen Entscheidungen, die er in seiner privaten Werkstatt traf, fernab der großformatigen Fresken in den Kirchen. Es sind Studien von Licht und Schatten, die auf Papier statt auf Leinwand festgehalten wurden.
- Skizze für das Empfangszimmer der Jungenschule in der rue Dombasle, 15. Arrondissement von Paris (1879)
- Les Noyades de Nantes en 1793 (1882)
Späte Jahre und Tod
Die letzten Lebensjahre von Joseph Aubert verbrachte er in Neuilly-sur-Seine. Nachdem er die künstlerischen Kreise von Paris und die Ateliers der Ecole des Beaux-Arts durchlaufen hatte, blieb er bis zu seinem Ableben eine beständige Größe in der französischen Maltradition. Sein Werk fand weiterhin seinen Platz in Kirchen und privaten Sammlungen, geprägt durch die tiefe Hingabe zu religiösen Sujets und jene detailreichen Skizzen, die menschliche Gestalten in eindringlicher Profilansicht einfingen.
Am 23. Mai 1924 verstarb er. Geboren in Nantes, Frankreich, blickte er auf einen langen Lebensweg zurück, der von der Malerei und dem Entwurf von Glasmalereien geprägt war. Sein Leben fand in der Stille von Neuilly-sur-Seine sein Ende und hinterließ ein künstlerisches Erbe, das bis heute in verschiedenen Museen und Sammlungen bewahrt wird.
Fragen & Antworten
Woher kommt Joseph Aubert?
Joseph Aubert wurde in Frankreich geboren.
Kann ich ein virtuelles Museum mit den Werken von Joseph Aubert besuchen?
Die Virtuelle 3D-Galerie von Joseph Aubert präsentiert die Kunstwerke des Künstlers in einer virtuellen dreidimensionalen Galerie.
Wie finde ich Werke von Joseph Aubert nach einer bestimmten Farbpalette sortiert?
Um Werke von Joseph Aubert nach einer bestimmten Farbpalette zu finden, nutzen Sie die Nach Farbpaletten-Seite des Künstlers.
Gibt es eine chronologische Übersicht zu Joseph Aubert?
Eine chronologische Übersicht des Werks von Joseph Aubert ist auf der Werdegang-Seite des Künstlers verfügbar, wo die Kunstwerke kapitelweise in ihrer Entstehungsreihenfolge präsentiert werden.
