Friedrich Schilcher

1811 - 1881

Quick facts

  • Nationality: Österreich
  • Also known as:
    • fr. august schilcher
    • ferd. schilcher
    • Friedr. Aug. Schilcher
    • F. Schilcher
    • fr. schilcher
  • Died: 1881
  • Copyright status: Public domain
  • Works on this site: 2
  • Art period: – 19. Jahrhundert

Die Wiener Akademie und der sich erweiternde Horizont

Wien, 1811. Friedrich Schilcher tritt in eine Welt ein, die bald zu seiner Leinwand werden sollte. Seine Ausbildung beginnt an der Wiener Akademie, einem strengen Umfeld, in dem die Fundamente der Porträt- und Historienmalerei Wurzeln schlugen. Seine frühen Jahre waren geprägt von der strukturierten Disziplin der Akademie, doch sein Blick blieb nicht allein auf den Straßen seiner Geburtsstadt verhaftet. Er überschritt die Grenzen Österreichs und unternahm Studienreisen nach Ungarn und Siebenbürgen. Diese Reisen brachten neues Licht und neue Sujets in sein Repertoire.

Der Künstler entwickelte eine Vielseitigkeit, die es ihm ermöglichte, zwischen dem intimen Maßstab eines Porträts und den monumentalen Anforderungen der architektonischen Dekoration zu wechseln. Seine Hände arbeiteten an den Deckenfresken des Winterpalais des Prinzen Eugen in Wien und bewahrten so das Erbe von Marcantonio Chiarini. Er meisterte die Komplexität groß angelegter Aufträge, vom Bühnenvorhang des Ungarischen Nationaltheaters in Budapest bis hin zu Altarbildern in Oradea, Rumänien. Das Ausmaß seines Schaffens wandelte sich stets mit den Bedürfnissen des Kaiserreichs.

Ein Leben in dekorativem Glanz

Schilcher wurde zu einer zentralen Figur der Wiener Kunstszene und stieg schließlich zum Präsidenten des Wiener Künstlerhauses auf. Seine Karriere ist durch eine tiefe Verbindung zu den physischen Räumen der österreichisch-ungarischen Monarchie gekennzeichnet. Er malte nicht bloß auf Leinwand; er transformierte Innenräume. Im Jahr 1852 erhielten die Hallen der Stiftskirche Melk durch die Verherrlichung des Heiligen Benedikt und Fresken, welche die Kardinaltugenden darstellen, seine Handschrift. In der St.-Josephs-Kirche in Kahlenberg nimmt sein Engelsreigen den Raum hinter dem Hochaltar ein.

Sein Werk durchdringt die privaten wie die öffentlichen Sphären jener Ära:

  • Das „Schubert-Zimmer“ im Palais Dumba, in dem er Aspekte des Werkes des Komponisten darstellt.
  • Supraporten-Fresken für das Palais Schwarzenberg in Wien.
  • Die figurative Malerei für den Vorhang des Theater an der Wien im Jahr 1864.
  • Porträts hochrangiger Persönlichkeiten, darunter Franz Joseph I. von Österreich und Johann II., Fürst von Liechtenstein.

Selbst während er die gewaltigen Anforderungen von Fresko und Dekoration bewältigte, fing Schilcher die Stille des zeitgenössischen Lebens ein. Seine Ölgemälde, wie etwa das Wiener Biedermeier-Interieur des gehobenen Bürgertums mit Gesellschaft, dokumentieren die sozialen Strukturen seiner Zeit. Er hielt die Kleidung, die Möbel und die ganz spezifische Atmosphäre eines Wiener Salons fest.

Die letzten Jahre in Wien

Gegen Ende seines Lebens war Schilchers Präsenz tief in die Geografie der Stadt eingeschrieben. Der 14. Bezirk, Penzing, trägt seinen Namen durch die Schilchergasse. Er blieb bis zu seinem Tod in Unterdöbling am 6. Mai 1881 ein aktiver Teil der künstlerischen Gemeinschaft. Er fand seine letzte Ruhe auf dem Wiener Zentralfriedhof und hinterließ ein Lebenswerk, das von der Zartheit des Porträts einer jungen Dame mit Pelzkragen bis hin zu den weitläufigen Dekorationsprogrammen kaiserlicher Paläste reicht. Sein Vermächtnis lebt in den Museen von Wien, Budapest, Brünn und Riga fort – bewahrt in eben jenen Wänden, die er einst einstudiert und geschmückt hat.

Fragen & Antworten

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Quick quiz

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Frage 1:
In welcher Stadt wurde Friedrich Schilcher geboren?
Frage 2:
Welche Institution leitete Schilcher als Präsident?
Frage 3:
Für welche königliche Persönlichkeit malte Schilcher im Jahr 1860 ein Porträt?
Frage 4:
Wohin unternahm Schilcher während seiner Karriere Studienreisen?
Frage 5:
In welchem Jahr wurde die Straße 'Schilchergasse' nach dem Künstler benannt?