Friedrich Gotthard Naumann

1750 - 1821

Kurzbiografie

  • Typical colors:
    • spachtelgrau
    • espresso
  • Born: 1750, Blasewitz, Deutschland
  • Copyright status: Public domain
  • Lifespan: 71 years
  • Died: 1821
  • Top 3 works:
    • Shoemaker Endrich
    • Peter Prosch
    • Frau Schawesberger
  • Works on APS: 10

Frühes Leben, Familie und Ausbildung

Friedrich Gotthard Naumann erblickte am 14. Juli 1750 in Blasewitz, nahe Dresden, das Licht der Welt. Er wurde in bescheidenen Verhältnissen geboren, als Sohn von Johann Georg Naumann, einem Hausvater und Steuereintreiber, und Anna Rosina, geborene Ebert. Während sein Bruder, Johann Gottlieb Naumann, als Komponist in der Welt der Musik seine Spuren hinterlassen sollte, richtete Friedrich Gotthard Naumann seine ganze Aufmerksamkeit auf die bildenden Künste. Diese frühe Divergenz der Talente markiert die unterschiedlichen Pfade, die die Geschwister innerhalb der Kulturlandschaft jener Ära einschlugen.

Seine formale Ausbildung begann mit 17 Jahren in vollem Umfang, als er die Dresdner Kunstakademie betrat. Dies war kein bloßes Zeitvertreib, sondern der fundamentale Schritt für eine Karriere, die ihn schließlich an die Höfe Europas führen sollte. Während seiner Zeit in Dresden studierte er bei Giovanni Battista Casanova – eine prägende Phase, die ihm die technische Strenge verlieh, die für seine späteren beruflichen Anforderungen unerlässlich war. Die unter Casanova erworbene Disziplin formte seine Fähigkeit, den spezifischen Anforderungen der Porträtmalerei und formeller Auftragsarbeiten gerecht zu werden.

Reisen und das Leben in Rom

Im Jahr 1772 verließ Naumann Deutschland, um die klassische Strenge Italiens zu suchen, wobei er auf seinem Weg nach Rom durch München und Venedig reiste. Dies war keine bloße Sightseeing-Reise; es war ein kalkulierter Schritt in das Zentrum der europäischen künstlerischen Ausbildung. Er sicherte sich einen Platz im Atelier von Anton Raphael Mengs, ein Schritt, der ihn unmittelbar in den Einflussbereich eines der bedeutendsten Maler seiner Ära brachte. Eine Zeit lang lebte Naumann im Haus von Mengs selbst und tauchte so tief in das professionelle Umfeld eines hochkarätigen Ateliers ein.

Die Flugbahn seiner Karriere veränderte sich 1775 entscheidend, als er Markgraf Alexander von Ansbach begegnete. Diese Begegnung bot die Stabilität und das Mäzenatentum, die ein ernsthafter Künstler zur Verfeinerung seines Handwerks benötigt. Der Markgraf bot ihm nicht nur Anerkennung; er nahm Naumann in seinen Dienst auf und gewährte ihm eine Verlängerung seiner Studien in Rom. Diese Zeit des Aufenthalts ermöglichte es Naumann, über den Status eines bloßen Schülers hinauszuwachsen und damit zu beginnen, jene technischen Fundamente zu legen, die sein späteres künstlerisches Schaffen definieren sollten.

Karriere als Hofmaler

Der Umzug nach Ansbach im Jahr 1781 markierte für Friedrich Gotthard Naumann einen entscheidenden Wendepunkt: Er verließ das Leben eines Suadenten und trat endgültig in die Welt der professionellen Etablierung ein. Seine Ernennung zum Hofmaler war mit einem festen Jahresgehalt von 1000 Gulden verbunden – eine Position, die nicht nur höchste technische Präzision, sondern auch ein ausgeprägtes Gespür für soziale Nuancen erforderte. In dieser Zeit widmete er sich vornehmlich der Familie des Markgrafen und schuf Porträts, die den strengen formalen Anforderungen des Hofes in jeder Hinsicht gerecht wurden. Doch sein künstlerischer Blick blieb nicht auf den Adel beschränkt; mit einer ganz eigenen, unverfälschten Direktheit wandte er sich auch den einfachen Dorfbewohnern der Umgebung von Ansbach zu und hielt die lokale Bevölkerung in ihrer authentischen Pracht fest.

Der Einfluss seiner Kunst reichte weit über die Leinwand hinaus und fand Einzug in akademische und administrative Kreise. Im Jahr 1790 übernahm er eine Lehrtätigkeit an der Universität Erlangen, wo er sein technisches Wissen sowohl im Rahmen von Universitätsvorlesungen als auch durch Privatunterricht weitergab. Sein Ruf als Kenner mit scharfem Urteilsvermögen führte ihn schließlich 1792 zu einer bedeutenden Aufgabe: Er wurde als Kunstankäufer und Experte für Friedrich Wilhelm II. tätig. In dieser Funktion agierte er als ein entscheidender Hüter preußischer Sammlungen und intervenierte unter anderem mit Nachdruck, um die Entfernung des Schwabacher Hochaltars – eines dem Dürer zugeschriebenen Meisterwerks – zu verhindern.

  • Frau Schawesberger (1781)
  • Mädchen in fränk. Tracht, gen. „Die Schöne von der Silbermühle“ (1788)
  • Christus am Ölberg (1784)
  • Christus am Ölberg (1787)

Späte Jahre und Tod

In seinen letzten Lebensjahren fand Naumann Zuflucht im Ansbacher Schloss. Mit der Zeit wandelte sich sein künstlerischer Fokus: Die strengen, formalen Pflichten eines Hofmalers traten zunehmend in den Hintergrund, während er sich der kontrollierteren Welt privater Aufträge zuwandte. Dieser Übergang markierte eine Ära der regionalen Besinnung, in der er sich von den großen institutionellen Rollen löste, die seine frühere Karriere in Ansbach und Erlangen so maßgeblich geprägt hatten.

Das Ende seines Lebens kam abrupt und war selbstgewählt. Am 28. September 1821 nahm sich Naumann in Ansbach das Leben. Sein Tod hinterließ ein bedeutendes künstlerisches Erbe, das in der Folge bei einer Auktion veräußert wurde. Gemäß den präzisen Anweisungen in seinem Testament wurden seine verbliebenen Besitztümer einem Wohltätigkeitsfonds für die Armen zugewiesen.

Fragen & Antworten

Unter welchen Pseudonymen oder Alternativnamen ist Friedrich Gotthard Naumann bekannt?

Friedrich Gotthard Naumann ist auch unter den Namen Friedrich Naumann bekannt.

Wie viele Kunstwerke von Friedrich Gotthard Naumann können durchstöbert werden?

Sie können 10 Kunstwerke Werke von Friedrich Gotthard Naumann auf der Seite Alle Kunstwerke durchstöbern.

Woher kommt Friedrich Gotthard Naumann?

Friedrich Gotthard Naumann wurde in Deutschland geboren.

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
Wo wurde Friedrich Gotthard Naumann geboren?
Frage 2:
In welcher Stadt arbeitete Naumann im Atelier von Anton Raphael Mengs?
Frage 3:
Was war Naumanns primärer künstlerischer Schwerpunkt während seiner Zeit als Hofmaler?
Frage 4:
Für welchen preußischen König diente Naumann als Kunstkäufer und Experte?
Frage 5:
Wie hoch war das Jahresgehalt, das Naumann bei seiner Ernennung zum Hofmaler in Ansbach erhielt?