Papier

Leitfaden für studentische Kunstwerke

Rote Blütenblätter

Name Klasse Datum

Sam Gilliam, Rote Blütenblätter (1967), The Phillips Collection. Zur Referenz reproduziert; alle Rechte liegen beim Rechteinhaber. Erleben Sie diese Leinwand unter bewegtem Licht: die Zeichnung, die wahre Farbe unter dem Firnis, das reine Pigment

Fakten auf einen Blick

Künstler
Sam Gilliam artsdot.com/de/artists/sam-gilliam_de/
Lebensdaten des Künstlers
1933 – 2022
Gemalt
1967
Originalgröße
223 x 236 cm
Zeitraum
Moderne
Ausgestellt in
The Phillips Collection artsdot.com/de/museums/the-phillips-collection-washington-d-c_de/
Artistic style
Farbfeldabstraktion
Influences
Minimalismus
Notable elements or techniques
Gefaltete, gespannte Leinwand; spontane Applikation
Subject or theme
Organische Formen; Farbforschung

Im Kontext

Rote Blütenblätter — Sam Gilliam

Wie groß ist es?

Das Original hat die Maße 223 × 236 cm (Höhe × Breite), hier dargestellt neben einer erwachsenen Person von durchschnittlicher Größe. Es ist zu groß, um auf dieser Seite maßstabsgetreu dargestellt zu werden.

Wann wurde dieses Werk gemalt?

  1. 1930
  2. 1940
  3. 1950
  4. 1960
  5. 1970
  6. 1980
  7. 1990
  8. 2000
  9. 2010
  10. 2020

Obere Zeile: die Jahre. Untere Zeile: das Alter des Künstlers zu Beginn und am Ende jedes Zeitraums — 0 bei der Geburt, 89 beim Tod.

Gemalt, als der Künstler 34 war. Der Künstler wurde 89 alt. 2 der 20 datierten Werke dieses Künstlers in unserem Katalog entstanden früher.

Schattiert: das Lebenswerk von Sam Gilliam (1933–2022) ▲ dieses Werk, 1967 jedes datierte Gemälde, Jahrzehnt für Jahrzehnt

Erste Werke: bis 1968 Hauptwirkungsjahre: 1968–1978 Spätwerke: ab 1978

Diese drei Abschnitte unterteilen die Werke, für die dieser Katalog ein Datum vorweisen kann, in ein erstes Viertel, eine mittlere Hälfte und ein letztes Viertel. Es handelt sich dabei nicht um das vollständige Werk der Künstlerin: Eine dünne Phase kann eher eine Lücke in der Dokumentation als eine ruhigere Zeit darstellen. Dieselbe Zeitspanne, die mit dem Leben des Künstlers verwoben ist

Vergleichen mit

Wählen Sie eines der oben genannten Werke aus: Nennen Sie zwei Gemeinsamkeiten mit diesem Werk und einen Unterschied.

Weitere Werke, die sich ideal als Ergänzung zu diesem Werk eignen: artsdot.com/de/art/similar/sam-gilliam-rote-blutenblatter-d2dr5f-de/

Farben

Anhand des Bildes gemessen

    Hauptfarbe

    Braun #a42e0d

    Katalogisierte Palette

    • #A42E0D
    • #73639B
    • #C4552B
    • #6D2B12

    Diese Farben innerhalb der gesamten Palette des Künstlers Andere Gemälde nach Farbe finden

    Palette
    Dunkle Farbtöne Die dominierende Farbgruppe im Bild.
    Bezeichnung der Hauptfarbe
    Braun
    Intensität
    Leuchtend Wie gesättigt und vielfältig die Farben sind – von einem einzelnen, dezenten Farbton bis hin zu einer Vielzahl leuchtender Töne.
    Kontrast
    Sanft Wie stark sich die Farben in Helligkeit und Sättigung über das Bild hinweg unterscheiden.
    Harmonie
    Harmonische Farbpalette Wie gut die Farben zusammenwirken, von kontrastreich bis hin zu vollkommen harmonisch.
    Helligkeit
    Schattenhaft Wie hell oder dunkel das Bild insgesamt wirkt, von tiefen Schatten bis hin zu strahlenden Glanzpunkten.
    Sättigung
    Leuchtende Farbe Wie rein und kräftig die Farben sind, von fast Grau bis hin zu voll lebendig.

    Wo auf der Welt wird dieses Gemälde betrachtet?

    • unter 1%
    • 1–3%
    • 3–8%
    • 8–20%
    • 20% und mehr
    Dieses Gemälde allein weist zu wenige registrierte Besucher auf, um eine Karte zu erstellen, daher zeigt die Tafel alle Werke von Sam Gilliam aus den letzten zwölf Monaten – insgesamt 2 Länder. Herkunft dieser Zahlen

    Die zehn führenden Länder

    1. 1 China 50,0%300 Besuche
    2. 2 Vereinigte Staaten von Amerika 50,0%300 Besuche

    Finden Sie die drei dunkelsten Länder auf der Karte. Befindet sich das Museum, das dieses Gemälde beherbergt, in einem dieser Länder? Notieren Sie einen Grund, warum Menschen aus der Ferne es betrachten könnten.

    Die 6 meistgesehenen Werke von Sam Gilliam

    1. 1 Untitled, 1968 25,0%200 Aufrufe
    2. 2 Cozy (diptych), 1979 25,0%200 Aufrufe
    3. 3 Yellow Edge, 1972 25,0%200 Aufrufe
    4. 4 Whirlirama, 1970 12,5%100 Aufrufe
    5. 5 The Petition, 1990 12,5%100 Aufrufe
    6. — Rote Blütenblätter, 1967 dieses Gemälde 0,0%0 Aufrufe

    Zusammen machen diese Werke 100,0% der gesamten Aufmerksamkeit aus, die die Gemälde dieses Künstlers in den letzten zwölf Monaten erhalten haben. Der Katalog enthält 21 Werke dieses Künstlers, von denen 5 mindestens einmal betrachtet wurden. Dieses Gemälde wurde in diesem Zeitraum noch nicht aufgerufen – es schließt die Liste ohne Platzierung ab. Dies gilt Monat für Monat gleichermaßen

    Die Balken messen die Aufmerksamkeit, nicht die Qualität. Wählen Sie das Werk an der Spitze und dieses hier: Nennen Sie eine Sache, die ein Gemälde über seine handwerkliche Meisterschaft hinaus berühmt machen könnte.

    Über dieses Kunstwerk

    Rote Blütenblätter — Sam Gilliam

    Identifikation von Rote Blütenblätter von Sam Gilliam

    Rote Blütenblätter ist ein Werk aus Acryl auf Leinwand von Sam Gilliam aus dem Jahr 1967. Das Kunstwerk hat die Maße 223,5 x 236,5 cm und ist auf einem Keilrahmen mit abgeschrägten Kanten montiert. Seine erste museale Ausstellungsreife erlangte es im Jahr 1967 in der Phillips Collection.

    Die Leinwand besitzt eine gewaltige Präsenz. Sie ist ein großes, physisches Objekt, das den Raum mit einer stillen, gewichtigen Gravität einnimmt. Das rote Pigment setzt sich tief in die Fasern, und markiert damit einen entscheidenden Moment, in dem der Künstler begann, sich von den starren Linien des Abklebens zu lösen. Es ist eine Studie darüber, wie Farbe auf Stoff trifft.

    Komposition und visuelle Elemente

    Cadmiumrot und leuchtendes Koralle explodieren förmlich über die Oberfläche. Diese heißen Töne bleiben nicht durch harte Linien begrenzt; stattdessen fließt das Rot in ein tiefes Violettschwarz, in Grün, Gelb und Kobaltblau über. Die Farben begegnen einander und verschmelzen durch weiche, ineinanderlaufende Kanten. Hier gibt es kein Klebeband, das die Grenzen festlegt.

    Die Komposition lehnt die starre Logik der Geometrie ab. Stattdessen folgt das Auge biomorphen Formen, die an organisches Leben erinnern. Diese Gestalten entstehen aus dem Zusammenspiel von Pigment und Schwerkraft. Die Palette wandelt sich von der Intensität des Rots hin zur Stille von Kobalt und Grün. Es ist eine Studie über Licht und Gewicht.

    Die Farbe fungiert als primäre Struktur. Das Wechselspiel zwischen dem dunklen Violettschwarz und dem leuchtenden Korallton erzeugt eine Tiefe, die keine Perspektive benötigt. Die Pigmente setzen sich tief in den Fasern der Leinwand ab. In der Art und Weise, wie die Farbtöne aufeinanderprallen, bleibt ein stiller Puls zurück.

    Innovative Technik und Materialien

    Die Leinwand präsentiert sich ungrundiert und ungespannt – eine rohe Oberfläche, die nur auf das Gewicht des Pigments wartet. Gilliam goss die Farbe direkt auf den Stoff und überließ der Flüssigkeit, ihren ganz eigenen Weg zu finden. Er faltete die Leinwand in sich selbst und ließ sie aufhängen, sodass die Farben über Nacht ineinanderfließen und sich setzen konnten. In diesem Prozess wird die Schwerkraft zu einem stillen Mitgestalter.

    Der physische Umgang mit dem Material ist aggressiv und zugleich rhythmisch. Der Künstler nutzte Schwammtechniken, Tupfen und Spritzer, um Schichten aus Kadmiumrot und leuchtendem Koralle aufzubauen. Er rollte und faltete den Stoff, um die Leinwand schließlich auf einen Keilrahmen mit abgeschrägten Kanten aufzuspannen. Die Ränder werden hierbei nicht durch Klebeband definiert, was es dem Violettschwarz und dem Kobaltblau ermöglicht, in einem pulsierenden Kontrast zum Rot zu stehen.

    Das Werk existiert als ein Spannungsfeld zwischen dem Flüssigen und dem Festen. Es ist ein in Acryl festgehaltener Moment der Bewegung. Die Farbe wurde so geschwämmt und aufgetragen, dass die Textur die organischen Unregelmäßigkeiten eines Blütenblattes nachahmt.

    Interpretationen des künstlerischen Prozesses

    Die Entstehung von Rote Blütenblätter gleicht einer feinfühligen Verhandlung zwischen Absicht und Hingabe. Gilliam beschrieb seine Methode als eine Art Zufall, eine rhythmische Bewegung, bei der er die Kontrolle über bestimmte Pigmentlagen behielt und sich gleichzeitig den unvorhersehbaren Kräften der Schwerkraft auslieferte. Es ist eine Studie der Spannung zwischen der menschlichen Hand und der Leere. Der Künstler goss die Farbe auf eine ungrundierte, ungespannte Leinwand und erlaubte der Flüssigkeit, sich über Nacht zu setzen, während der Stoff in sich gefaltet wurde.

    Dieses frühe Beispiel seines einzigartigen Prozesses beruht auf einem Gleichgewicht zwischen Improvisation und Disziplin. In der Art und Weise, wie die Leinwand später geschwammert, getupft, gespritzt und gerollt wurde, liegt eine ganz spezifische, kontrollierte Gewalt. Jede Geste antwortet auf die vorangegangene und schafft so einen Dialog zwischen den physischen Handlungen des Künstlers und dem natürlichen Verhalten des Mediums. Die resultierende Komposition ist ein Zeugnis dieses Ringens, das den exakten Moment einfängt, in dem das Zufällige auf die bewusste Gestaltung trifft.

    Das Werk existiert als physische Manifestation eines vom Jazz inspirierten Ansatzes der Abstraktion. Es meidet die starren Grenzen von Klebeband und erlaubt es den Farben, ineinander zu fließen und zu pulsieren. In diesem Raum ist die Leinwand nicht länger nur ein passiver Träger, sondern ein aktiver Teilnehmer an der Entfaltung der Form. Die Farbe findet ihren eigenen Weg durch die Falten des Stoffes.

    Historische Bedeutung und Vermächtnis

    Die Leinwand atmet durch ihre eigene Ungebundenheit. In diesem Werk verlieren die Kanten ihre starren Grenzen und verweigern sich der Begrenzung durch Klebeband. Farbe fließt in Farbe über, eine sanfte Kollision von Kadmiumrot und Kobaltblau, die die scharfe Geometrie der damaligen Ära ablehnt. Es markiert eine Abkehr von den kontrollierten Linien der Washington Color School und entscheidet sich stattdessen für eine fließende, ungrundierte Oberfläche, die es dem Pigment erlaubt, sich dort niederzulassen, wo die Schwerkraft es vorgibt.

    Dieses Werk signalisierte einen Wandel in der Wahrnehmung des Mediums, indem es den Stoff als lebendigen Teilnehmer und nicht bloß als passiven Träger behandelte. Durch die Verwendung von ungespannter Leinwand bewegte sich das Werk hin zu einer skulpturalen Präsenz – ein Vorläufer der Drapierformen, die später eine ganze Karriere definieren sollten. Es war das erste Gemälde seiner Art, das von der Phillips Collection erworben wurde, und sicherte sich so seinen Platz in einem beständigen Dialog der Abstraktion. Es bleibt ein Paradebeispiel der Color-Field-Malerei, in dem das Gewicht der Farbe auf die Leichtigkeit des Stoffes trifft.

    Wo man dieses Meisterwerk heute bewundern kann

    Das rote Pigment dieses Werkes ist in der ständigen Sammlung der Phillips Collection geborgen. Es bleibt in Washington, D.C., fest verankert, bewahrt in den Mauern eines Museums, das eine ganz besondere Verbindung zu Sam Gilliam pflegt. Dieser Ort wurde bereits 1967 zum Schauplatz seiner ersten Museumsausstellung und markierte somit einen entscheidenden Wendepunkt in seiner künstlerischen Laufbahn.

    Besucher können diese spezifische Leinwand inmitten weiterer Spuren seiner Handschrift finden. Das Museum beherbergt ein Dutzend seiner Gemälde und Arbeiten auf Papier, die einen stillen Dialog zwischen seinen vielfältigen Experimenten mit Farbe und Stoff entwerfen. Der Raum bewahrt dabei jene Spannung zwischen dem Kontrollierten und dem Zufälligen, die sein gesamtes Schaffen so charakteristisch macht.

    Künstler und Museen

    Künstler/in

    Sam Gilliam

    Geboren in Tupelo, Vereinigte Staaten von Amerika

    Frühe Jahre und Ausbildung

    Geboren: 30. November 1933, Tupelo, Mississippi

    Eltern: Sam Gilliam Sr. (Eisenbahner) und Estery Gilliam (Hausfrau)

    Die Familie zog kurz nach seiner Geburt nach Louisville, Kentucky.

    Zeigte schon früh Interesse am Cartoonzeichnen.

    Schloss die Central High School im Jahr 1951 ab.

    Erwarb einen B.A.-Abschluss in Bildender Kunst von der University of Louisville im Jahr 1955. Hielt seine erste Soloausstellung an der Universität.

    Leistete seinen Militärdienst in der United States Army (1956-1958).

    Erwarb einen M.A.-Abschluss in Malerei von der University of Louisville im Jahr 1961.

    Künstlerische Entwicklung und Stil

    Zog 1962 nach Washington, D.C., nachdem er Dorothy Butler geheiratet hatte.

    Verbunden mit der Washington Color School, entwickelte abstrakte Kunst unter dem Einfluss des Farbflächenmalerei.

    Innovation: Führt um 1965 drapierten, bemalten Leinwänden ohne Rahmeneinsatz ein – ein bedeutender Beitrag zur Farbflächenbewegung. Dies beinhaltete das Aufhängen von ungespannten Leinwänden oder Industrietüchern, so dass sie mit ihrer Umgebung interagieren konnten.

    Der frühe Stil entwickelte sich von figurativen Abstraktionen zu großflächigen Gemälden mit flach aufgetragenen Farben.

    Experimentierte in späteren Werken mit verschiedenen Materialien, darunter Polypropylen, computergenerierter Bildgebung, metallische und irisierende Acrylfarben, handgemachtes Papier, Aluminium, Stahl, Sperrholz und Kunststoff.

    Drapierungsgemälde: Wurde für diese Werke bekannt, die aufgehängt oder angeordnet wurden, um eine skulpturale dritte Dimension zu schaffen. Diese Gemälde änderten sich je nach ihrer Umgebung.

    Schwarze Gemälde (1970er Jahre): Dynamische geometrische Collagen, bemalt in verschiedenen Schattierungen von Schwarz, beeinflusst von Jazzmusikern wie Miles Davis und John Coltrane.

    Quiltgemälde (1980er Jahre): Erinnerten an afrikanische Flickarbeiten aus seiner Kindheit.

    Wichtige Errungenschaften und Anerkennung

    Vertrat die USA 1972 auf der Biennale von Venedig – als erster afroamerikanischer Künstler überhaupt.

    Zahlreiche Aufträge, Stipendien, Auszeichnungen, Ausstellungen und Ehrendoktorwürden im Laufe seiner Karriere.

    Eine große Retrospektive wurde 2005 in der Corcoran Gallery of Art veranstaltet.

    Wurde 2006 zum Alumnus des Jahres der University of Louisville ernannt.

    Erhielt den Norman W. Harris Prize vom Art Institute of Chicago.

    Künstlerstipendium von der Washington Gallery of Modern Art.

    Acht Ehrendoktorwürden von verschiedenen Institutionen, darunter die Northwestern University und die University of Louisville.

    Einflüsse und künstlerische Einflüsse

    Frühe Einflüsse: Morris Louis, Kenneth Noland.

    Inspiriert von deutschen Expressionisten wie Emil Nolde, Paul Klee, Nathan Oliveira (Bay Area figurative school).

    Fand Inspiration in Tatlin, Frank Stella, Hans Hofmann, Georges Braque, Pablo Picasso und Paul Cézanne.

    Die Idee der drapierten Leinwand wurde durch die Beobachtung von Wäsche inspiriert, die vor seinem Atelier hing.

    Historische Bedeutung

    Pioniertechnik: Gilliams Innovation der drapierten, ungespannten Leinwand hatte einen bedeutenden Einfluss auf die Farbflächenbewegung und beeinflusste die Installationkunst.

    Repräsentation: Als erster afroamerikanischer Künstler, der die USA auf der Biennale von Venedig vertrat, brach er Barrieren und ebnete den Weg für andere Künstler of Color.

    Beitrag zur Abstraktion: Gilliams Erkundung der Abstraktion sprengte Grenzen und forderte traditionelle Vorstellungen von Malerei heraus und betonte Raum, Form und Materialität.

    Vermächtnis: Seine Arbeit inspiriert weiterhin zeitgenössische Künstler und wird für ihre Originalität, Innovation und tiefgreifenden Einfluss auf die Kunstwelt anerkannt.

    Museum

    The Phillips Collection

    Ausgestellt in Washington, D.C., Vereinigte Staaten von Amerika

    Ursprung und Geschichte der Institution

    Die Phillips Collection entsprang dem tiefen, persönlichen Wunsch, in ständiger Begleitung von Kunst zu leben. Gegründet von Duncan Phillips im Jahr 1921, nahm die Institution ihren Anfang, als er sein eigenes Familienhaus in eine Kunstgalerie verwandelte. Im Herzen des Dupont Circle Viertels in Washington, D.C. gelegen, wurde diese private, nicht staatliche Institution ins Leben gerufen, um eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Betrachter und dem schöpferischen Geist zu fördern. Sie genießt das Privileg, als das erste Museum Amerikas gilt, das sich der modernen Kunst verschrieben hat.

    Seit über einhundert Jahren wächst die Sammlung durch ein unerschütterliches Engagement für moderne und zeitgenössische Kunst stetig an. Die Wurzeln der Institution liegen im häuslichen Raum, in dem die Grenzen zwischen einem privaten Wohnsitz und einer öffentlichen Galerie bewusst verschwimmen. Dieser einzigartige Ursprung prägte eine Mission, die Kunst als eine lebendige Präsenz begreift und nicht als ein fernes Objekt der wissenschaftlichen Untersuchung. Die Sammlung entfaltete sich durch einen spontanen Ansatz beim Erwerb von Werken, wobei neue Kunstwerke oft auf ihre Beständigkeit hin geprüft wurden, um zu sehen, ob sie den Bestandteil eines fortwährenden, inneren Dialogs werden konnten.

    Die Geschichte der Institution ist geprägt von einer tiefen Fokussierung auf die Evolution des künstlerischen Ausdrucks. Indem die Werke nach ihrem ästhetischen Temperament gruppiert werden, zeichnet die Sammlung eine Linie nach, die von den Einflüssen des neunzehnten Jahrhunderts bis in die Komplexität der Gegenwart reicht. Dieser besondere Ansatz ermöglichte es, Stimmen zu integrieren, die von der etablierten Kunstwelt des frühen zwanzigsten Jahrhunderts oft übersehen worden waren.

    Das Gebäude und seine Architektur

    Eingebettet im historischen Viertel Dupont Circle in Washington, D.C., residiert die Institution in einem originalen Anwesen im Georgian Revival Stil. Dieser Raum wurde nicht als öffentliche Einrichtung konzipiert, sondern entsprang dem privaten Heim von Duncan Phillips. Dieser häusliche Ursprung prägt die Atmosphäre bis heute maßgeblich, da die Galerie einen Teil des eigentlichen Wohnhauses einnimmt. Die Architektur bewahrt ein Gefühl der Intimität und pflegt einen Charakter, der eher an ein bewohntes Heim als an ein steriles Museum erinnert. Es ist ein Refugium für die schönen Künste, in dem die Grenzen zwischen privatem Wohnraum und öffentlichem Raum bewusst fließend bleiben.

    Im Laufe der Jahre wurde das Gebäude mit Bedacht erweitert, um der stetig wachsenden Sammlung gerecht zu werden. Diese Anbauten wurden so integriert, dass sie das bestehende Maß des Hauses respektieren und die oft einschüchternden Proportionen größerer Institutionen vermeiden. Das Ergebnis ist eine Abfolge von Räumen, die zur stillen Kontemplation einladen. Man findet sich womöglich vor einer Leinwand in einer Umgebung wieder, die sich zutiefst persönlich und geborgen anfühlt. Die Anordnung der Räumlichkeiten fördert einen Dialog zwischen der Architektur und den Kunstwerken, die sie beherbergt, und stellt sicher, dass die Umgebung ein Heiligtum für all jene bleibt, die eine unmittelbare Begegnung mit der Kunst suchen.

    Meisterwerke der Sammlung

    Die Sammlung umfasst fast 6.000 Werke, die einen kunstvollen Pfad von den Einflüssen des neunzehnten Jahrhunderts bis hin zu den wegweisenden Entwicklungen der Moderne nachzeichnen. Pierre-Auguste Renoir’s Luncheon of the Boating Party, das bereits 1923 erworben wurde, bildet eine zentrale, pulsierende Präsenz innerhalb der Galerien. Dieses Werk ist Teil einer bedeutenden Zusammenstellung impressionistischer und postimpressionistischer Leinwände, die auch Meisterwerke von Monet, Degas und Van Gogh umfasst. Die Anwesenheit von Cézanne und Courbet schafft dabei das fundamentale Fundament für die radikaleren stilistischen Umbrüche, die in der Folgezeit folgen.

    Die Evolution von Form und Farbe offenbart sich eindrucksvoll in den Werken von Matisse, Picasso und Braque. Diese Künstler verkörpern die Bewegung hin zur Abstraktion und die gleichzeitige Befreiung der Farbe. Ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der Sammlung war das Jahr 1957, als das erste Gemälde von Mark Rothko erworben wurde, was eine ästhetische Hinwendung zur Kunst der Mitte des Jahrhunderts markierte. Der subtile Dialog zwischen diesen unterschiedlichen Epochen wird durch die sorgfältige Inszenierung der Werke verschiedenster Meister aufrechterhalten.

    Luncheon of the Boating Party, 1881

    Dancers at the Barre 1, 1888

    The Repentant Peter, 1600

    The Red Sun, 1948

    Le Moulin de la Galette, um 1886

    St. Francis in Ecstasy

    Ausstellungen und Forschung

    Die Institution fungiert als eine Art Experimentierstation – ein Ort, an dem neue Ideen durch die gezielte Anordnung der Werke auf die Probe gestellt werden. Anstatt auf statische Ausstellungen zu setzen, werden die Galerien häufig neu arrangiert, um neue Dialoge zwischen den einzelnen Exponaten zu ermöglichen. Diese Dynamik erlaubt eine ständige Neubewertung dessen, wie verschiedene Stile und Epochen innerhalb des Raumes miteinander interagieren. Flankierend zur permanenten Sammlung finden Sonderausstellungen statt, die eine sich ständig wandelnde Perspektive auf die Geschichte der modernen Kunst eröffnen.

    Trotz der ständigen Veränderung in den Galerien existiert ein Gefühl der Beständigkeit, das sich am deutlichsten im Rothko Room manifestiert. Diese permanente Installation bietet einen dedizierten Raum für die Kontemplation, der sich bewusst von den wechselnden Ausstellungen abhebt. Über das rein visuelle Erlebnis hinaus widmet sich die Institution dem gesellschaftlichen Engagement durch preisgekrönte Bildungsprogramme. Diese Initiativen zielen darauf ab, eine tiefere Verbindung zwischen der Öffentlichkeit und dem schöpferischen Geist zu stiften, der in diesen Mauern lebendig ist.

    Weiterführende Informationen finden Sie hier

    Online abrufbar

    QR-Code mit Link zur Download-Seite für Rote Blütenblätter

    artsdot.com/de/art/download/sam-gilliam-rote-blutenblatter-d2dr5f-de/

    Zitierhinweis für dieses Kunstwerk

    MLA
    Gilliam, Sam. Rote Blütenblätter. 1967, The Phillips Collection. https://artsdot.com/de/art/sam-gilliam-rote-blutenblatter-d2dr5f-de/
    APA
    Gilliam, Sam (1967). Rote Blütenblätter [Painting]. The Phillips Collection. https://artsdot.com/de/art/sam-gilliam-rote-blutenblatter-d2dr5f-de/
    Chicago
    Sam Gilliam. Rote Blütenblätter. 1967. The Phillips Collection. https://artsdot.com/de/art/sam-gilliam-rote-blutenblatter-d2dr5f-de/
    Harvard
    Gilliam, Sam (1967) Rote Blütenblätter. The Phillips Collection. Available at: https://artsdot.com/de/art/sam-gilliam-rote-blutenblatter-d2dr5f-de/

    Genau hinsehen

    Rote Blütenblätter — Sam Gilliam

    Genau hinsehen

    Antworten Sie in Ihren eigenen Worten. Es gibt hier keine falschen Antworten – nur Antworten, die Sie begründen können.

    1. Was fällt Ihnen als Erstes ins Auge und warum?
    2. Welche Farben oder Formen erzeugen die Stimmung – und wie lässt sich diese beschreiben?
    3. Unser Katalog ordnet dieses Werk unter folgenden Schlagworten ein: abstraktion, farbfeld, organische formen. Stimmen Sie dem zu? Was würden Sie hinzufügen oder weglassen?
    4. Werfen Sie einen Blick zurück auf Whirlirama (1970), weiter oben in diesem Leitfaden. Nennen Sie zwei Gemeinsamkeiten mit diesem Werk und eine Besonderheit.
    5. Sam Gilliam war etwa 34 Jahre alt, als dieses Werk entstand. Welche Details lassen auf die Handschrift eines Künstlers in dieser Lebensphase schließen?

    Ihre Antwort

    Verfassen Sie einen kurzen Text über dieses Kunstwerk. Nutzen Sie dazu die Informationen aus den vorherigen Abschnitten dieser Anleitung sowie Ihre oben stehenden Antworten.

    Kunst-Quiz

    Rote Blütenblätter — Sam Gilliam

    Wie gut kennen Sie dieses Kunstwerk?

    Wählen Sie jeweils eine Antwort für jede der 5 unten stehenden Fragen aus. Jede Frage hat genau eine richtige Antwort.

    1. 1. Welcher Kunstströmung wird Sam Gilliams „Red Petals“ zugeordnet?

      • A Kubismus
      • B Impressionismus
      • C Color Field
    2. 2. In welchem Jahr wurde „Red Petals“ geschaffen?

      • A 1945
      • B 1967
      • C 1980
    3. 3. Welches Material wurde zur Herstellung von „Red Petals“ verwendet?

      • A Ölfarbe
      • B Aquarell
      • C Acryl
    4. 4. Wo wird „Red Petals“ derzeit ausgestellt?

      • A The Metropolitan Museum of Art
      • B Der Louvre
      • C The Phillips Collection
    5. 5. Gilliam beschrieb seine Technik zur Erschaffung von „Red Petals“ als ein Gleichgewicht zwischen Improvisation und Disziplin. Was war diese Technik?

      • A Farbe dick mit Pinseln auftragen
      • B Geometrische Formen schaffen
      • C Die Leinwand auf sich selbst falten

    Mein Ergebnis: ____ von 5

    Lösungsschlüssel — für die Lehrkraft

    Dies beginnt eine neue Druckseite und kann daher bei den Kopien einfach weggelassen werden.

    1B · 2B · 3C · 4C · 5C

    Überprüfen Sie jede Antwort mit dem Katalogeintrag für dieses Gemälde

    Fragen & Antworten

    Wer ist der Künstler hinter "Rote Blütenblätter"?

    "Rote Blütenblätter" wird Sam Gilliam zugeschrieben.

    Wie kann ich das Bild von "Rote Blütenblätter" von Sam Gilliam herunterladen?

    Das Bild von "Rote Blütenblätter" von Sam Gilliam kann auf der Download-Seite des Kunstwerks heruntergeladen werden: hochauflösender digitaler Bild-Download.

    Welche Grundfarbe prägt "Rote Blütenblätter" von Sam Gilliam?

    "Rote Blütenblätter" weist einen Von Bernstein bis Safran Farbton auf.