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Beschreibung des Sammlerstücks
Ein Blick auf „Kaffeetisch“ von Ernst Ludwig Kirchner
„Kaffeetisch“ ist ein Schlüsselwerk von Ernst Ludwig Kirchner und verkörpert die Essenz der deutschen Expressionismusbewegung. Dieses Gemälde, entstanden um 1923, bietet einen faszinierenden Einblick in die künstlerische Welt eines Künstlers, dessen Leben von tiefgreifenden persönlichen Erfahrungen geprägt war. Die Darstellung einer Gruppe von Menschen um einen Tisch in einem Restaurant ist mehr als nur eine einfache Szene; sie ist ein Ausdruck von Stimmung und Gefühl, der bis heute Künstler und Kunstliebhaber weltweit inspiriert.Die Szene und Stil
Kirchner selbst beschrieb „Kaffeetisch“ als besonders interessant hinsichtlich der Farbgebung – eine Aussage, die sowohl auf seine künstlerische Sensibilität als auch auf die Bedeutung von Farbe innerhalb des Expressionismus hinweist. Das Gemälde zeigt sechs Personen um einen Tisch, wobei ein Mann und eine Frau im Zentrum stehen und zwei Kinder ebenfalls anwesend sind. Die Komposition ist bewusst reduziert und betont die Figuren durch einfache geometrische Formen und eine klare Farbpalette. Diese Stilwahl spiegelt den Wunsch nach unmittelbarer Darstellung der menschlichen Erfahrung wider und steht im Gegensatz zu den akademischen Konventionen seiner Zeit.Technische Umsetzung und Materialien
Kirchner arbeitete intensiv mit verschiedenen Materialien und Techniken, um seine Vision zum Leben zu erwecken. „Kaffeetisch“ wurde mit Öl auf Leinwand gemalt und zeichnet sich durch eine besondere Aufmerksamkeit für Detail und Textur aus. Die Verwendung von dunklen Farben wie Schwarz und Grau verstärkt die Dramatik der Szene und betont die Isolation der Figuren inmitten einer modernen Umgebung. Besonders beeindruckend ist jedoch auch das Möbelstück selbst – ein Tisch, den Kirchner persönlich entworfen hat und dessen Rahmen mit einem figürlichen Relief geschmückt ist, das eine Mutter und zwei Kinder darstellt. Diese Kombination aus Malerei und Möbeldesign unterstreicht Kirchners umfassendes künstlerisches Interesse und seine Fähigkeit, Kunst und Alltag miteinander zu verbinden.Historischer Kontext und Bedeutung
„Kaffeetisch“ entstand im Kontext der deutschen Expressionismusbewegung, einer Zeit großer gesellschaftlicher und künstlerischer Veränderung. Diese Bewegung reagierte auf die zunehmende Industrialisierung und Urbanisierung und setzte sich für eine subjektive Darstellung der menschlichen Erfahrung ein – oft geprägt von Angst und Verzweiflung. Kirchner selbst lebte in schwierigen Zeiten und kämpfte mit persönlichen Herausforderungen, doch seine Kunst konnte stets einen Ausdruck von tiefstem Gefühl finden. „Kaffeetisch“ ist somit nicht nur ein beeindruckendes Beispiel für künstlerische Technik und Gestaltungskraft, sondern auch eine Erinnerung an eine besondere Epoche der deutschen Kunstgeschichte. Es zeigt uns einen Künstler, der sich intensiv mit seiner Umgebung auseinandersetzt und versucht, die komplexen Emotionen des menschlichen Lebens auf Papier zu erfassen – eine Aufgabe, die ihm mit außergewöhnlicher Leidenschaft und Präzision gelingt.Ähnliche Kunstwerke
Biografie des Künstlers
Ernst Ludwig Kirchner: Leben und Vermächtnis
Frühes Leben und Ausbildung
Ernst Ludwig Kirchner, eine zentrale Figur des deutschen Expressionismus, wurde am 6. Mai 1880 in Aschaffenburg, Bayern, geboren. Sein Familienhintergrund – preußischer Herkunft väterlicherseits und hugenottische Abstammung mütterlicherseits – prägte seine künstlerische Identität maßgeblich. Häufige Umzüge während seiner Kindheit – aufgrund der Stellensuche seines Vaters – führten dazu, dass Kirchner Schulen in Frankfurt und Perlen besuchte, bevor er sich mit seiner Familie in Chemnitz niederließ, als sein Vater eine Position an der örtlichen Technischen Hochschule annahm.
Im Jahr 1901 begann Kirchner ein Studium der Architektur an der Königlichen Technischen Hochschule (RTH) in Dresden. Er wandte sich jedoch bald der Malerei zu und fand Inspiration in den Werken von Künstlern wie Albrecht Dürer, wobei er zusammen mit seinem Freund Fritz Bleyl eine radikale Kunstauffassung entwickelte.
Gründung von Die Brücke
Ein Wendepunkt in Kirchners Karriere war die Gründung von Die Brücke („Die Brücke“) im Jahr 1905, zu der er sich mit Bleyl, Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel zusammenschloss. Diese Gruppe strebte danach, die Kluft zwischen traditionellen akademischen Stilen und einer emotional aufgeladenen, modernen Form des Ausdrucks zu überbrücken. Sie suchten Inspiration in primitiver Kunst, insbesondere aus Afrika und Ozeanien, sowie in den Werken von Vincent van Gogh und Edvard Munch.
Künstlerischer Stil und Haupteigenschaften
Kirchners künstlerischer Stil zeichnet sich durch kräftige Farben, expressive Pinselstriche und oft verstörende Kompositionen aus. Er stellte häufig urbane Szenen dar und porträtierte so die Entfremdung und Ängste des modernen Lebens im frühen 20. Jahrhundert in Deutschland. Seine Werke umfassen auch eine bedeutende Anzahl von Aktzeichnungen in natürlichen Landschaften, die seine Faszination für Bewegung und Form zeigen.
- Kräftige Farbpaletten: Kirchner setzte lebendige, oft nicht-naturalistische Farben ein, um Emotionen zu vermitteln.
- Expressiver Pinselstrich: Seine Pinselstriche sind energiegeladen und sichtbar und tragen so zur emotionalen Intensität seiner Gemälde bei.
- Verzerrte Formen: Figuren und Objekte werden oft verzerrt oder verlängert, was eine subjektive anstelle einer objektiven Realität widerspiegelt.
- Urbanes Thema: Viele seiner Werke zeigen belebte Stadtstraßen und die psychologischen Auswirkungen des modernen urbanen Lebens.
Wichtige Werke und Errungenschaften
Zu Kirchners bedeutendsten Werken gehören:
- Die Straße (1908) – Eine typische Darstellung des Berliner Straßenlebens, die seine Energie und Entfremdung einfängt.
- Tanzende Springerin, Gret Palucca (1912) – Zeigt sein Interesse an ausdrucksvoller Bewegung und der menschlichen Form.
- Selbstbildnis mit einer Modellin (1910) - Ein eindrucksvolles Beispiel für seine Selbsterkundung durch Kunst.
- Fünf Frauen auf der Straße (1913)
Späteres Leben, Herausforderungen und Vermächtnis
Kirchners Leben war von persönlichen Turbulenzen geprägt. Er erlitt während des Ersten Weltkriegs einen psychischen Zusammenbruch und zog sich daraufhin nach die Schweiz zurück. Der Aufstieg des Nationalsozialismus brachte weitere Not mit sich; über 600 seiner Werke wurden beschlagnahmt und als "entartete Kunst" gebrandmarkt. Kirchner beging im Juni 1938 in Davos, Schweiz, unter dem Druck von Verfolgung und gesundheitlichem Niedergang tragischerweise Selbstmord.
Trotz dieses tragischen Endes lebt Ernst Ludwig Kirchners Vermächtnis fort. Er bleibt eine zentrale Figur des deutschen Expressionismus und beeinflusst mit seinem kühnen Stil und seinen emotional aufgeladenen Darstellungen des modernen Lebens Generationen von Künstlern. Seine Werke werden weiterhin in wichtigen Museen auf der ganzen Welt ausgestellt und sind bei Sammlern sehr begehrt.
Einflüsse & Wirkung
Beeinflusst von: Albrecht Dürer, Vincent van Gogh, Edvard Munch, Primitive Kunst (Afrikanisch & Ozeanisch)
Beeinflusste: Kirchners Werk hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf nachfolgende Generationen von Expressionisten und Modernen Künstlern. Seine Erforschung psychologischer Themen und seine innovative Verwendung von Farbe und Form inspirieren bis heute zeitgenössische Kunstpraktiken.
Ernst Ludwig Kirchner
1880 - 1938 , Deutschland
Kurzinfos
- Beeinflusste Künstler:
- Expressionistische Künstler
- Moderne Künstler
- Bemerkenswerte Werke:
- Die Straße
- Tanzende Gret Palucca
- Selbstbildnis mit Modell
- Fünf Frauen auf der Straße
- Geburtsdatum: 6. Mai 1880
- Geburtsort: Aschaffenburg, Deutschland
- Künstlerische Bewegung: Expressionismus, Die Brücke
- Künstlerische Einflüsse:
- Albrecht Dürer
- Vincent van Gogh
- Edvard Munch
- Nationalität: Deutsch
- Todestag: 15. Juni 1938
- Vollständiger Name: Ernst Ludwig Kirchner



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