Ursprung und Geschichte des ARoS Aarhus Kunstmuseum
Die Wurzeln des ARoS Aarhus Kunstmuseum reichen bis in das Jahr 1859 zurück, was es zum ältesten öffentlichen Kunstmuseum in Dänemark macht, das sich außerhalb von Kopenhagen befindet. Seine Präsenz in Aarhus nahm ihren Anfang, als am 6. Januar 1859 die erste öffentliche Ausstellung in der alten Rathaushalle der Stadt präsentiert wurde. Diese frühe Gründung markierte den Beginn eines langjährigen Engagements für die Bewahrung und Ausstellung von Kunst in der Region. Die Institution feierte am 6. Januar 2009 ihr 150-jähriges Jubiläum und blickt somit auf eine anderthalb Jahrhunderte währende, kontinuierliche Geschichte zurück.
Der Name ARoS selbst trägt eine duale Bedeutung in sich, die sowohl aus der Sprachgeschichte der Stadt als auch aus dem Zweck der Institution schöpft. Er verbindet Áros, den altdänischen Namen für Aarhus, mit dem lateinischen Wort ars, was Kunst bedeutet. Diese Namensgebung verknüpft die Identität des Museums unmittelbar mit der Geschichte der Siedlung an der Ostküste Jütlands. Im Laufe seiner langen Geschichte hat sich das Museum von seinen bescheidenen Anfängen im Rathaus zu seinem heutigen Status als bedeutende kulturelle Instanz in Dänemark gewandelt.
Das Gebäude und seine Architektur
Das Bauwerk erhebt sich zehn Stockwerke hoch über die Stadt und bildet eine markante Präsenz in Aarhus, Dänemark. Entworfen von den dänischen Architekten Schmidt Hammer Lassen, umfasst das Gebäude eine Gesamtraumfläche von 20.700 m². Der Zugang zum Inneren erfolgt über mehrere Punkte, darunter Eingänge von der Aros Allé und der Vester Allé sowie über die Officerspladsen.
Ein prägendes Merkmal der Architektur ist der kreisförmige Skywalk, bekannt als Your rainbow panorama. Diese Installation von Ólafur Elíasson dominiert das Dach und ermöglicht es, die Stadt durch farbiges Glas zu betrachten. Das Erlebnis des Gebäudes wird zudem durch die Glaslounge geprägt, die 2013 eröffnet wurde und eine ganz besondere Wahrnehmung von Licht und Raum innerhalb des Grundrisses des Museums schafft.
Die Vielfalt der Kunstsammlung
Die Sammlung umfasst mehr als 8.000 Werke, die einen weiten Bogen von der dänischen Goldenen Ära bis in die Gegenwart spannen. Diese enorme Bandbreite ermöglicht einen stetigen Dialog zwischen historischen Traditionen und zeitgenössischem Ausdruck. Zu den herausragenden Beständen gehört bedeutende dänische Kunst, die drei Jahrhunderte umspannt, ergänzt durch eine beträchtliche Anzahl moderner Arbeiten. Die Präsenz von Größen wie P.S. Krøyer und J.F. Willumsen bildet dabei das Fundament, um die ästhetische Entwicklung der Region bis in die Moderne hinein zu verstehen.
Die Moderne ist durch die Werke von Harald Giersing, Vilhelm Lundstrøm und Edvard Weie tief verwurzelt. Darüber hinaus beherbergt das Museum bedeutende Arbeiten von Künstlern wie Ólafur Elíasson, Bjørn Nørgaard und Ingvar Cronhammar. Diese Auswahl spiegelt das tiefe Engagement für den Wandel des künstlerischen Denkens wider, der im letzten Jahrhundert stattgefunden hat. Der Horizont der Sammlung reicht weit in die internationale zeitgenössische Kunst hinein und präsentiert Werke von Paul McCarthy, Robert Rauschenberg und Cindy Sherman. Weitere prägende künstlerische Stimmen sind unter anderem Bill Viola, Sarah Sze, Franciska Clausen und Michael Kvium.
- Der Akrobat, um 1930 - Pablo Picasso
- Junge Dame in blassem Blau, 1918 - Harald Giersing
- Dame mit Handarbeit, 1919 - Harald Giersing
- Fußballspieler. Sofus-Köpfe, 1917 - Harald Giersing
- Stehendes Modell, 1931 - Vilhelm Lundstrøm
Meisterwerke der Sammlung
Die Präsenz der Sammlung wird durch Werke spürbar, die den Raum, den sie einnehmen, förmlich beherrschen. Die Installation Boy (1999) von Ron Mueck füllt das Museum mit einem stillen, beunruhigenden Realismus. Unweit davon wandelt sich die Atmosphäre durch das Spiel von Licht und Raum in As Seen Below – The Dome, einer Skyspace von James Turrell. Dieses Werk verschmilzt den Himmel mit dem Innenraum durch eine präzise Manipulation des Lichts.
Das Museum beherbergt bedeutende Werke von Künstlern, die die Geschichte des modernen Ausdrucks maßgeblich geprägt haben. Die Sammlung umfasst Arbeiten von Salvador Dalí und Edvard Munch, neben den atmosphärischen Studien von Claude Monet und J.W.M. Turner. Diese Werke treten in einen Dialog mit der Architektur, insbesondere durch den kreisförmigen Skywalk, der als Your rainbow panorama bekannt ist. Diese Struktur nutzt Fenster in den Farben des Regenbogens, um den Blick auf Aarhus zu filtern und die Wahrnehmung der Stadt unter einem völlig neuen Licht erscheinen zu lassen.
- Boy, 1999
- Your rainbow panorama, 2011
Ausstellungen und internationale Perspektiven
Das Museum befindet sich in einem Zustand des ständigen Wandels und präsentiert jedes Jahr sechs bis acht bedeutende Ausstellungen. Diese stetige Rotation sorgt dafür, dass die Atmosphäre in den Hallen stets in Bewegung bleibt, angetrieben durch eine sorgfältige Auswahl sowohl dänischer als auch internationaler Künstler. Ein solcher Rhythmus ermöglicht einen kontinuierlichen Dialog zwischen etablierten Traditionen und zeitgenössischen Bewegungen. Dieser Ansatz ist geprägt von einer internationalen Ausrichtung, die darauf abzielt, globale Perspektiven direkt in das Herz von Aarhus zu tragen.
Das Ausmaß dieser Präsentationen spiegelt oft einen innovativen Umgang mit der Frage wider, wie Kunst den Raum besetzt. In der Vergangenheit haben Ausstellungen die Werke von Künstlern wie Barbara Kruger, Isaac Julien, Jenny Holzer und Mariko Mori der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Diese Persönlichkeiten repräsentieren ein breites Spektrum zeitgenössischer Praxis und stellen sicher, dass das Museum ein Ort des aktiven Austauschs mit dem aktuellen künstlerischen Diskurs bleibt. Die Präsenz solch vielfältiger Stimmen verhindert, dass die Institution in Statik verharrt.
Die Auswahl der Künstler überbrückt häufig die Kluft zwischen verschiedenen Medien und konzeptionellen Rahmenbedingungen. Durch das Ausrichten dieser vielfältigen Ausstellungen ermöglicht das Museum eine unmittelbare Begegnung mit der sich ständig weiterentwickelnden Sprache der modernen Kunst. Im Mittelpunkt steht dabei stets die Präsenz des Werkes selbst und seine Fähigkeit, durch die spezifische Platzierung innerhalb des wechselnden Programms des Museums tiefe Gedanken anzustoßen.
Jüngste Projekte und neue Installationen
Das Museum erweitert stetig seine physische Präsenz durch das Projekt „The Next Level“. Diese Entwicklung umfasst eine neue unterirdische Galerie, die den Raum für Kunst maßgeblich vergrößert. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Wachstums ist die unterirdische Erweiterung der Salling Gallery, ein 1.000 m² großer Raum, der im Juni 2025 eröffnet wurde.
Licht und Raum bleiben zentrale Elemente in der jüngsten Entwicklung des Museums. Die Erweiterung integriert As Seen Below – The Dome, eine Skyspace von James Turrell. Diese Installation ist Teil eines umfassenden Engagements für ortsspezifische Werke. Ab dem 19. Juni 2026 wird das Museum zudem As Seen Below beherbergen, was die größte Skyspace des Lichtkünstlers in einem musealen Kontext darstellt.
