William Strutt: Ein Kolonialen Künstlers Reise
- Geboren: Teignmouth, Vereinigtes Königreich (1825)
- Gestorben: 1915
William Strutt (1825-1915) war ein englischer Künstler, der für seine Darstellungen des kolonialen Lebens und historischer Ereignisse in Australien und Neuseeland bekannt wurde. Geboren in einer Familie mit künstlerischen Neigungen – sein Großvater, Joseph Strutt, war ein bekannter Autor und Künstler, und sein Vater, William Thomas Strutt, ein geübter Miniaturmaler – erhielt William eine frühe Ausbildung in Paris, wo er figurative und historische Malerei an der École des Beaux-Arts studierte.
Frühes Leben und Ausbildung
Strutts künstlerische Grundlage wurde während seiner Zeit in Frankreich gelegt. Er studierte unter Michel Martin Drölling und ließ sich von Meistern wie Raphael beeinflussen. Nach seiner Rückkehr nach England erlebte er eine schwierige persönliche Phase, die ihn dazu veranlasste, in Australien Ruhe und neue Inspiration zu suchen. Im Jahr 1850 wanderte er nach Melbourne aus, kam mit dem Schiff *Culloden* an und heiratete kurz darauf.
Australische Erfahrungen und künstlerische Entwicklung
- Frühe Illustrationsarbeiten: Zunächst fand Strutt Beschäftigung als Illustrator für das kurzlebige *Illustrated Australian Magazine*. Die geringe Nachfrage nach Historienmalerei in Melbourne veranlasste ihn, seine Fähigkeiten anzupassen.
- Wichtige Aufträge: Trotz dieser Herausforderung erhielt er Aufträge, darunter Entwürfe für Briefmarken und politische Karikaturen.
- 'Black Thursday': Ein entscheidender Moment in Strutts Karriere waren die verheerenden Buschbrände vom 'Black Thursday' des Jahres 1851. Seine Skizzen dieses Ereignisses bildeten die Grundlage für sein späteres Meisterwerk, *Black Thursday, 6. Februar 1851* (1864), eine eindringliche Darstellung von Tieren und Menschen auf der Flucht vor den Flammen.
- Goldfields-Periode: Strutt verbrachte achtzehn Monate in der Arbeit auf den Goldfeldern bei Ballarat, fand aber nur begrenzten Erfolg.
- Victorian Society of Fine Arts: Er wurde zu einem aktiven Mitglied der Kulturszene Melbournes, trat als Gründungsmitglied dem Victorian Society of Fine Arts bei und nahm Porträtaufträge an.
Expeditionen und Neuseeland
Strutts künstlerischer Schwerpunkt verlagerte sich auf die Dokumentation bedeutender Ereignisse in der Kolonialgeschichte. Er studierte akribisch die Vorbereitungen für und die frühen Phasen der Expedition von Burke und Wills, wobei er zahlreiche Skizzen anfertigte. Die Verfolgung ihrer Reise und das Sammeln von Berichten von Überlebenden wie John King informierten seine Arbeit weiter.
- Rückkehr nach England: Im Jahr 1862 kehrte Strutt mit seiner Familie nach England zurück, getrieben von religiösen Bedenken hinsichtlich der Erziehung seiner Kinder in einer Umgebung, die er als moralisch herausfordernd empfand.
- Neuseeländische Skizzen: Von 1855 bis 1856 dokumentierte Strutt während seines Aufenthalts in New Plymouth, Neuseeland, den Ersten Taranaki-Krieg und schuf Landschaftsbilder, darunter *Aussicht auf Mt Egmont, Taranaki, Neuseeland, aufgenommen von New Plymouth, mit Maoris, die Vieh der Siedler treiben* (1859), ein Gemälde, das heute in Te Papa Tongarewa zu sehen ist.
Hauptwerke und Vermächtnis
Nach seiner Rückkehr nach England schuf Strutt bedeutende Ölgemälde auf der Grundlage seiner australischen und neuseeländischen Skizzen.
- Bemerkenswerte Gemälde: Zu den wichtigsten Werken gehören *Black Thursday, 6. Februar 1851* (1864), *Bushrangers, Victoria, Australien, 1852*, *Robert O’Hara Burke* (1861) und *Jerusalem-Pilger* (1872).
- Historische Bedeutung: Strutts Kunst bietet eine wertvolle visuelle Aufzeichnung des kolonialen Lebens in Australien und Neuseeland, die wichtige Momente einfängt und Einblicke in die Herausforderungen und Konflikte der Ära gewährt. Seine Darstellungen von Ereignissen wie Black Thursday sind besonders bedeutsam für ihre historische Dokumentation und emotionale Wirkung.
- Anerkennung: Obwohl seine Arbeit zu Lebzeiten nicht immer sofort anerkannt wurde, werden Strutts Beiträge zur australischen und neuseeländischen Kunstgeschichte in den letzten Jahrzehnten zunehmend geschätzt.
