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KOSTENLOSE KUNSTBERATUNG

Kurzbiografie

  • Art period: Zeitgenössische Kunst
  • Top-ranked work: Following the Light of the Sun, I Only Discovered the Ground
  • Emotional tone: reflektierend
  • Born: 1977, Lund, Schweden
  • Best occasions:
    • akzentuierung
    • reflektierend
  • Works on APS: 11
  • Museums on APS:
    • Biennale di Venezia
    • Biennale di Venezia
    • Biennale di Venezia
    • Biennale di Venezia
    • Biennale di Venezia
  • Creative periods: mature period
  • Mehr…
  • Nationality: Schweden
  • Vibe: gelassen
  • Gift suitability:
    • other-none
    • sonstige/keine
  • Movements: contemporary minimalism
  • Mediums: acryl auf leinwand
  • Room fit: wohnbereich
  • Copyright status: Under copyright
  • Top 3 works:
    • Following the Light of the Sun, I Only Discovered the Ground
    • Following the Light of the Sun, I Only Discovered the Ground
    • Nach dem Licht der Sonne habe ich nur den Boden entdeckt

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
Wo wurde Runo Lagomarsino geboren?
Frage 2:
Was sind einige der Hauptthemen in Runo Lagomarsinos Werk?
Frage 3:
An welchen Institutionen hat Runo Lagomarsino studiert?
Frage 4:
Mit welchen Materialien arbeitet Runo Lagomarsino?
Frage 5:
Wo lebt und arbeitet Runo Lagomarsino derzeit?

Frühe Jahre und Formung: Ein schwedisch-brasilianischer Dialog

Runo Lagomarsino, geboren 1977 in Lund, Schweden, verkörpert eine faszinierende Schnittstelle kulturellen Erbes, die seine künstlerische Vision tief prägt. Seine Kindheit war einzigartig durch das Vermächtnis des Exils geprägt; seine Eltern waren argentinische Emigranten mit Wurzeln bei italienischen Einwanderern, die während des Ersten Weltkriegs vor Europa flohen. Diese Familiengeschichte – eine Erzählung, gewoben aus Vertreibung und der Suche nach Zugehörigkeit – wurde zu einem intrinsischen Element in Lagomarsinos Erkundung von Identität, Migration und den Komplexitäten des kulturellen Gedächtnisses. Er wuchs nicht einfach mit diesen Geschichten auf; er lebte darin, erlebte eine wiederholte Bewegung zwischen Schweden und Brasilien, die ihm eine tiefe Sensibilität für die Distanzen und Nähe vermittelte, die in den Begriffen von „Süden“ und „Norden“ inhärent sind. Diese frühe Exposition war nicht bloß biografisch, sondern veränderte seinen künstlerischen Ansatz grundlegend.

Lagomarsinos formale Ausbildung bildete eine starke Grundlage für diese sich entwickelnde Praxis. Er studierte an der Academy of Fine Art Valand in Göteborg, gefolgt von der Malmö Art Academy in Lund und gipfelte mit dem prestigeträchtigen Whitney Independent Study Program in New York City. Diese Erfahrungen waren keine isolierten Schritte, sondern vielmehr Bausteine, die es ihm ermöglichten, seinen konzeptuellen Rahmen zu verfeinern und ein vielfältiges Können zu entwickeln, das Collage, Zeichnung, Installation, Performance und Video umfasst. Das Whitney-Programm erwies sich dabei besonders als entscheidend, da es ein Umfeld kritischer Untersuchung und Experimentierfreude förderte, das ihn ermutigte, konventionelle künstlerische Grenzen herauszufordern.

Themen von Migration, Identität und kolonialen Echos

Im Zentrum von Lagomarsinos Werk steht eine beharrliche Befragung von Machtdynamiken – historisch, politisch und kulturell. Er versucht nicht einfach, Geschichten zu erzählen, sondern vielmehr, sie neu zu artikulieren, widersprüchliche Abhängigkeiten und komplexe Ereignisse aufzudecken, ohne deren inhärente Ambiguität zu reduzieren. Seine Installationen, Skulpturen und textbasierten Arbeiten bedienen sich oft Strategien der Verdrängung und Transformation und hinterfragen das Schreiben der Geschichte selbst, insbesondere im Kontext Lateinamerikas. Hier geht es nicht darum, neue Narrative aus einer kolonialisierten Perspektive zu konstruieren; es geht darum, die Brüche und blinden Pfade innerhalb bestehender Erzählungen aufzudecken.

Ein wiederkehrendes Motiv in seinem Œuvre ist die Erforschung alltäglicher Objekte und Materialien als Träger von Erinnerung und Bedeutung. Er verleiht diesen scheinbar banalen Elementen eine poetische Resonanz, fordert dominante Narrative heraus und lädt Betrachter ein, über ihre eigene Positionierung nachzudenken. Werke wie „La Muralla Azul“ (Die blaue Mauer) demonstrieren beispielsweise eine fesselnde abstrakte expressionistische Serie, die blaue Töne mit mediterranen Echos vermischt und koloniale Themen widerspiegelt und zur Kontemplation städtischer Landschaften anregt. Ähnlich nutzt „Following the Light of the Sun, I Only Discovered the Ground“ beeindruckende Sonnenschmuck-Zeichnungen, um die koloniale Geschichte und Migration zu erforschen und so eine tief bewegende Mischung aus Abstraktion und sozialem Kommentar zu schaffen.

Technik und poetische Verdrängung

Lagomarsinos künstlerischer Prozess ist geprägt von dem, was er als „präzise und poetische Verdrängungen“ beschreibt. Hierbei geht es nicht um große Gesten oder offenkundige Statements, sondern vielmehr um subtile Interventionen, die Reibung erzeugen und verborgene Bedeutungsebenen enthüllen. Er arbeitet oft mit Fundobjekten und transformiert deren ursprünglichen Kontext, um neue Assoziationen zu schaffen und vorgefasste Vorstellungen herauszufordern. Der Akt der Verdrängung selbst wird zur Metapher für das Migrationserlebnis – die Störung vertrauter Umgebungen und die Suche nach neuen Verbindungen.

Sein Umgang mit Materialien ist bewusst und evokativ. Neonröhren, die aus Museums-Ausstellungen entwendet wurden, Kupferringe, die gefällte Bäume markieren, illegal importierte Eier – dies sind keine willkürlichen Entscheidungen, sondern sorgfältig ausgewählte Elemente, die eine symbolische Schwere tragen. Die Videoinstallation *More Delicate Than the Historians’ Are the Map-Makers’ Colors* (2012–13) zeigt beispielsweise Lagomarsino und seinen Vater beim Auspacken und Werfen von Eiern auf ein Monument in Sevilla – eine Geste, die mit historischen und politischen Implikationen aufgeladen ist. Dieses Werk veranschaulicht seine Fähigkeit, persönliche Erzählungen mit breiterem sozialem Kommentar zu verschmelzen.

Wesentliche Erfolge und internationale Anerkennung

Lagomarsinos künstlerische Beiträge haben eine bedeutende internationale Anerkennung gefunden. Er hat ausgestellt in ganz Europa, Amerika und Asien und nahm an prestigeträchtigen Biennalen teil wie Gwangju, Venedig, Göteborg, Ural, Prospect New Orleans und São Paulo. Seine Werke sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen zu finden, darunter das Solomon R. Guggenheim Museum of Modern Art, das Guangdong Museum of Art, das Dallas Museum of Art, das Kiasma Museum of Modern Art, das Moderna Museet und das Museo Reina Sofia.

Über die Ausstellungen hinaus erhielt Lagomarsino mehrere Auszeichnungen, darunter der Friends of Moderna Museet Sculpture Prize im Jahr 2019 und ein DAAD Artist-in-Residence Fellowship in Berlin. Seine kuratorische Arbeit, wie die Retrospektive „Lenke Rothman – Life as Cloth“ in Malmö Konsthall, unterstreicht sein Engagement für die Förderung des kritischen Dialogs innerhalb der Kunstwelt.

Historische Bedeutung: Eine zeitgenössische Stimme

Runo Lagomarsinos Werk nimmt einen entscheidenden Platz in der zeitgenössischen Kunst ein. Er liefert keine einfachen Antworten oder definitiven Statements, sondern lädt die Betrachter ein, sich mit komplexen Fragen von Identität, Migration und kulturellem Erbe auseinanderzusetzen. Seine Fähigkeit, persönliche Erzählungen mit breiterem sozialem Kommentar zu verbinden, gepaart mit seinem poetischen Umgang mit Materialien und subtilen Interventionen, zeichnet ihn als eine einzigartige und fesselnde Stimme aus.

In einer Ära, die von zunehmender Globalisierung und Vertreibung geprägt ist, hallt Lagomarsinos Werk tief bei einem Publikum weltweit wider. Er fordert uns heraus, sich mit den Nachwirkungen des Kolonialismus auseinanderzusetzen, etablierte Narrative zu hinterfragen und die inhärente Instabilität von Sprache und Repräsentation anzuerkennen. Seine Kunst handelt nicht bloß davon, die Vergangenheit zu reflektieren; es geht darum, unser Verständnis der Gegenwart aktiv zu gestalten und eine gerechtere Zukunft auszumalen.