John Maler Collier: Ein Leben in Porträts
- Geboren: London, Großbritannien (1850)
- Gestorben: 1934
John Maler Collier OBE RP ROI war ein bedeutender englischer Künstler und Autor, der als einer der führenden Porträtmaler seiner Generation gefeiert wurde. Sein künstlerischer Stil orientierte sich stark an der Präraffaeliten-Ästhetik, die durch sorgfältige Detailgenauigkeit, lebendige Farben und einen Fokus auf narrative Szenen innerhalb von Porträts gekennzeichnet ist.
Frühes Leben und Künstlerische Ausbildung
- Familiärer Hintergrund: Collier entstammte einer angesehenen Familie. Sein Großvater war ein quakerischer Kaufmann und Parlamentsabgeordneter, während sein Vater als Attorney General und Richter im Privy Council diente. Dieser privilegierte Hintergrund ermöglichte ihm Zugang zu Bildung und gesellschaftlichen Kreisen, die später seine künstlerische Karriere beeinflussten.
- Ausbildung: Er erhielt seine frühe Schulbildung am Eton College, bevor er eine formelle Künstlerausbildung begann.
- Formale Studien: Collier studierte ab 1875 Malerei an der Münchner Akademie und verbesserte dort seine Fähigkeiten unter etablierten Meistern. Er studierte auch in Paris bei Jean-Paul Laurens.
Künstlerischer Stil und Hauptwerke
- Präraffaelitischer Einfluss: Colliers Werk ist tief im Präraffaeliten-Stil verwurzelt, was sich in seiner Detailgenauigkeit, seinen reichen Farbpaletten und einer Tendenz zu narrativen Szenen innerhalb von Porträts zeigt.
- Fokus auf Porträtmalerei: Er spezialisierte sich hauptsächlich auf Porträtmalerei und porträtierte Likenesses prominenter Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen wie Kunst, Wissenschaft, Politik und Adel.
- Bemerkenswerte Modelle: Colliers Modelle umfassten Charles Darwin, Thomas Henry Huxley (sein Schwiegervater), Rudyard Kipling, Sir Lawrence Alma-Tadema, zwei Lord Chancellors (Earl of Selborne und Earl of Halsbury), den Sprecher des House of Commons William Gully und Field Marshal Lord Kitchener.
- Königliche Porträts: Zu seinen bedeutenden Aufträgen gehörten Porträts des Duke of York (später König George V) als Master of Trinity House im Jahr 1901 sowie des Prince of Wales (später Edward VIII). Letzteres wurde in Durbar Hall in Jodhpur, Rajputana, ausgestellt.
- "Problembilder": Abseits der formalen Porträtmalerei schuf Collier auch "Problembilder", die Szenen aus dem täglichen Leben darstellen und oft einen helleren und frischeren Stil als seine feierlicheren Porträts aufweisen.
Persönliches Leben und Familienverbindungen
- Ehen mit Huxleys Töchtern: Ein prägendes Merkmal in Colliers Leben waren seine Ehen mit zwei Töchtern von Thomas Henry Huxley, einem renommierten Wissenschaftler und Präsidenten der Royal Society. Seine erste Frau, Marian (Mady) Huxley, war ebenfalls Künstlerin.
- Familienerbe: Seine Tochter aus erster Ehe, Joyce, wurde eine Porträtminiaturistin. Sein zweiter Sohn, Sir Laurence Collier, diente von 1941 bis 1951 als britischer Botschafter in Norwegen.
- Enge Beziehungen zu Intellektuellen: Collier pflegte enge Beziehungen zu namhaften Intellektuellen und Schriftstellern seiner Zeit, darunter Leonard Huxley (Sohn von Thomas Henry Huxley).
Vermächtnis und Historische Bedeutung
- Anerkennung und Auszeichnungen: Collier wurde 1920 zum Officer des Order of the British Empire (OBE) ernannt.
- Kritischer Empfang: Während seine Arbeit anfänglich gelobt wurde, erhielt sie später gemischte Kritiken. Einige Kritiker vergleichen seinen Stil mit dem von Frank Holl aufgrund seiner Feierlichkeit, während andere seinen "starken und überraschenden Sinn für Farbe" erkannten.
- Umfangreiche Dokumentation: Collier dokumentierte seine Modelle sorgfältig in einem handschriftlichen Buch und lieferte so wertvolle Einblicke in seine Karriere und die Personen, die er porträtierte. Dieses "Sitters Book" befindet sich jetzt im Heinz Archive and Library der National Portrait Gallery.
- Vertretung in bedeutenden Sammlungen: Sechszehn Gemälde von Collier befinden sich in der National Portrait Gallery in London, mit zwei Werken in der Tate Gallery.
