George Washington Thomas Lambert (1873–1930): Ein australischer Künstler zwischen Impressionismus und Kriegskunst
George Washington Thomas Lambert, geboren 1873 in Sankt Petersburg, Russland, war ein australischer Maler und Bildhauer, dessen Werk eine bedeutende Rolle im frühen australischen Kunstgeschichte spielte. Obwohl sein Leben von einer ungewöhnlichen Umstände geprägt war – seine Geburt erfolgte posthum als Sohn eines amerikanischen Eisenbahntechnikers –, etablierte sich Lambert schnell als einer der führenden Vertreter des Impressionismus und später auch als engagierter Kriegskünstler, dessen Gemälde die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs auf bewegende Weise dokumentierten.
- Frühe Jahre und Ausbildung: Lambert wurde in Sankt Petersburg geboren und erhielt eine umfassende künstlerische Ausbildung am Kingston College in Yeovil, Somerset. Seine frühe Beschäftigung mit verschiedenen künstlerischen Stilen prägte sein später Werk maßgeblich. Besonders intensiv beeinflusst war er von amerikanischen Illustratoren wie Frederic Remington und Thomas Moran, deren Landschaftsbilder und Darstellung von Alltagslife ihn inspirierten.
- Die Rückkehr nach Australien und erste Erfolge: Nach einer Zeit im Ausland kehrte Lambert 1887 nach Australien zurück und gründete eine Familie in Sydney. Er arbeitete zunächst als Büroangestellter und später als Kunstlehrer, bevor er sich schließlich seinem künstlerischen Beruf widmete. Seine ersten Gemälde zeigten bereits einen frühen Impressionistischen Stil und betonten die Schönheit der australischen Landschaft.
- Der Impressionismus und seine Entwicklung: Lambert entwickelte seinen eigenen einzigartigen Stil, der Elemente des Impressionismus mit einer besonderen Sensibilität für Licht und Farbe kombinierte. Er war besonders beeindruckt von den Werken französischer Meister wie Claude Monet und Pierre Auguste Renoir und ließ sich von deren Verwendung natürlicher Farben und ihrer Fähigkeit, die Atmosphäre einzufangen, inspirieren.
- Kriegskunst und Gallipoli: Lambert wurde 1917 offizieller Kriegsmaler des australischen Imperialen Korps und erhielt eine besondere Aufgabe: Er sollte die Ereignisse des Ersten Weltkriegs dokumentieren und insbesondere die Schlacht von Gallipoli darstellen. Sein Gemälde „Anzac, the Landing 1915“ gilt als eines der wichtigsten Werke australischer Kriegskunst und wird bis heute für seine emotionale Intensität und historische Genauigkeit bewundert.
- Spätere Jahre und Vermächtnis: Lambert setzte sein künstlerisches Leben fort und arbeitete weiterhin intensiv an verschiedenen Projekten, darunter zahlreiche Porträts und Landschaftsbilder sowie eine Reihe von Skulpturen. Er wurde zu einem angesehenen Bildhauer und Mitglied der Royal Academy und hinterließ ein bedeutendes künstlerisches Erbe, das bis heute gefeiert wird. Sein Sohn Maurice Lambert entwickelte sich ebenfalls zu einem renommierten Künstler und setzte die Tradition seines Vaters fort.
Lambert starb 1930 in Cobbity bei Camden und wurde auf dem Anglican Teil des South Head Cemetery begraben. Sein Werk wird heute weltweit für seine Schönheit, seinen Ausdruckskraft und seine historische Bedeutung geschätzt.
