George Howland Beaumont: Kunstmäzen und Amateurmaler
- Geboren: Dunmow, Großbritannien (1753)
- Gestorben: 1827
Frühes Leben und künstlerische Anfänge
Sir George Howland Beaumont wurde 1753 in Great Dunmow, Essex, geboren. Er erbte von seinem Vater, Sir George Beaumont, dem 6. Baronet, im jungen Alter den Baronetsiegel und den Besitz. Nach seiner Ausbildung am Eton College erhielt er eine frühe künstlerische Ausbildung unter Alexander Cozens, einem Landschaftsmaler. Seine ersten Versuche als Maler waren bescheiden, aber ein entscheidender Moment kam mit seiner Grand Tour von 1782 zusammen mit seiner Frau Margaret. Diese Reise führte ihn mit Werken alter Meister in Berührung und erweiterte sein künstlerisches Geschmäck erheblich und legte den Grundstein für seine zukünftigen Sammlungsbemühungen.
Aufbau einer Kunstsammlung und Förderung
Nach seiner Rückkehr von seinen Reisen begann Beaumont, eine Sammlung alter Meister zu erstellen, trotz begrenzter finanzieller Mittel. Eine Schlüsselbeschaffung war Claude Lorrains *Eine Landschaft mit Hagar und dem Engel*, die zu seinem liebsten Stück wurde. Er stellte regelmäßig von 1794 bis 1825 bei der Royal Academy aus und etablierte sich als respektierter Amateurmaler. Beaumonts Gesellschaftskreis erweiterte sich durch seinen Wohnsitz in der 34 Grosvenor Square in London und seine Rolle als Tory-Parlamentsabgeordneter für Beer Alston von 1790 bis 1796. Er pflegte Beziehungen zu bedeutenden Persönlichkeiten wie den Lake Poets (William Wordsworth war ein lebenslanger Freund), Uvedale Price und anderen, die seinen künstlerischen Geschmack beeinflussten, insbesondere in Bezug auf die Picturesque-Bewegung und die flämische/niederländische Malerei.
Einfluss und künstlerische Entwicklung
Beaumonts Geschmack wurde von Einflüssen wie Richard Wilson und Thomas Hearne geprägt. Er nahm den Romantik in seiner eigenen Arbeit an, was sich in Gemälden wie *Aussicht in der Nähe von Keswick* (1779) zeigt. Dennoch blieb er ein glühender Verteidiger akademischer Traditionen und ein lautstarker Kritiker von Künstlern wie J.M.W. Turner, was eine konservative Haltung gegenüber künstlerischer Innovation widerspiegelte. Trotzdem nahm er einige sympathisierende Künstler auf, darunter den jungen John Constable, der es ihm ermöglichte, seine Sammlung alter Meister zu studieren. Diese Förderung führte zu Constables berühmtem Gemälde des Cenotaphs zum Gedenken an Sir Joshua Reynolds in Coleorton Hall.
Die Gründung der National Gallery
Beaumonts bedeutendster Beitrag zur britischen Kunstgeschichte war seine Rolle bei der Gründung der National Gallery. Er erkannte die Notwendigkeit einer öffentlichen Galerie, die alte Meister zeigt, und bot 16 Gemälde aus seiner Sammlung der Regierung an, unter der Bedingung, dass diese John Julius Angersteins Sammlung kauft und geeignete Räumlichkeiten beschafft. Dieses Angebot veranlasste das Parlament zum Handeln, was zur Erwerbung von Angersteins Sammlung und zur Eröffnung der National Gallery im Mai 1824 führte. Beaumonts Gemälde wurden im folgenden Jahr dem Bestand der Galerie hinzugefügt, was seinen Platz als eine entscheidende Figur in der Entwicklung britischer Kunstinstitutionen festigte.
Vermächtnis
Der Einfluss von Sir George Howland Beaumont reichte über seine eigenen künstlerischen Bemühungen hinaus. Sein Engagement für das Sammeln und die Förderung alter Meister, gepaart mit seiner Unterstützung aufstrebender Künstler wie Constable, bereicherte die britische Kunstlandschaft erheblich. Die Gründung der National Gallery ist ein Beweis für seine Vision und sein Engagement, große Kunst für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wodurch seine bleibende Wirkung auf die Welt der Kunst sichergestellt wird.
