Daniel Gardner: Ein Leben in der Porträtmalerei
- Geboren: Kendal, Vereinigtes Königreich (1750)
- Gestorben: 1805
Daniel Gardner war ein britischer Maler, der vor allem für seine Arbeit als Porträtist gefeiert wurde. Er etablierte ein erfolgreiches Atelier in Bond Street, London, und spezialisierte sich auf Kleinporträts mit Pastell-, Wachs- oder Gouachefarben. Sein Stil entlehnte oft Posen von Künstlern wie Joshua Reynolds.
Frühes Leben und Ausbildung
- Familiärer Hintergrund: Gardners Vater war ein Bäckermeister. Er hatte Verbindungen zur Romney-Familie, da seine Mutter einen Bruder hatte, der Polsterer und Geschäftspartner von George Romneys Vater war.
- Ausbildung & Frühe Studien: Zunächst als Polsterer ausgebildet, erhielt er frühe künstlerische Anleitungen von George Romney. 1767/68 zog Gardner nach London und schrieb sich 1770 an der Royal Academy of Arts ein.
- Royal Academy Ausbildung: Er studierte unter namhaften Künstlern wie Johann Zoffany, Nathaniel Dance-Holland, Benjamin West, Giovanni Battista Cipriani und Francesco Bartolozzi.
- Frühe Anerkennung: 1771 gewann Gardner eine Silbermedaille der Royal Academy für ein Porträt eines alten Mannes, wahrscheinlich in Pastell.
Künstlerischer Stil und Einflüsse
- Reynolds' Einfluss: Gardners Werk wurde stark von Joshua Reynolds beeinflusst, insbesondere hinsichtlich Komposition und Figurenkonzeption. Kritiker merkten jedoch an, dass Gardner nicht die gleiche anatomische Genauigkeit wie Reynolds besaß.
- Pastell-Expertise: Er erlangte einen Ruf für seine Fähigkeiten mit Pastell-, Wachs- und Gouachefarben und kombinierte oft diese Medien, um einzigartige Effekte zu erzielen.
- Vorwegnahme des Impressionismus: Einige Kunsthistoriker legen nahe, dass Gardners lockerer Stil und die Verwendung von Farbe Elemente späterer impressionistischer Malerei vorwegnahmen. Seine "facile Eleganz" wird als eine Abkehr von strengeren Porträttraditionen angesehen.
- Einzigartige Technik: Gardner verwendete oft trockenes Pastell für Gesichter, während er gesprenkelte Gouachefarben für den Rest des Bildes einsetzte, was zu seinem unverwechselbaren Stil beitrug und es ihm ermöglichte, schnell zu arbeiten.
Wichtige Werke und Auftraggeber
- Bemerkenswerte Porträts: Zu Gardners Klientel gehörten bedeutende Persönlichkeiten wie Jane Gordon, Duchess of Gordon; Georgiana Cavendish, Duchess of Devonshire; Charles Cornwallis, 1st Marquess Cornwallis; Elizabeth Lamb, Viscountess Melbourne; Frances Villiers, Countess of Jersey; Angelica Kauffman und Lord George Gordon.
- Der Künstler Vater: Ein bedeutendes frühes Ölgemälde zeigt Philip Egerton von Oulton und demonstriert Gardners sich entwickelnde Fähigkeiten in der Ölmalerei.
- Familienporträts: Er war besonders bekannt für seine Porträts von Familien, wie den Heathcote- und Cornwallis/Townshend-Familien, oft mit Kindern und Haustieren in Waldlandschaften dargestellt.
Späteres Leben und Vermächtnis
- Finanzieller Erfolg & Immobilienerwerb: Gardner sammelte durch seine Porträtaufträge beträchtlichen Reichtum und investierte ihn in Land und Immobilien rund um Kendal.
- Ruhestand: Er zog sich schließlich vom Malen zurück, um sich auf seine finanziellen Unternehmungen zu konzentrieren.
- Tod: Daniel Gardner starb 1805 in London, vermutlich an einer Lebererkrankung.
- Historische Bedeutung: Obwohl er nicht immer für anatomische Präzision gelobt wurde, sicherte ihm Gardners einzigartiger Stil und seine Fähigkeit, den Charakter seiner Modelle einzufangen, einen Platz als bedeutender Porträtist des späten 18. Jahrhunderts. Seine Vorwegnahme impressionistischer Techniken trägt ebenfalls zu seinem anhaltenden Interesse unter Kunsthistorikern bei.
