Die Münchner Schule und das Licht der Amper
Bad Liebenzell bildet den Ausgangspunkt für Bernhard Buttersack. Seine frühen Jahre zeugen von einem aufkeimenden Talent, das ihn zur Königlichen Kunstschule nach Stuttgart führte. Unter der Anleitung von Jakob Grünenwald und Albert Kappis nahm sein technisches Fundament Gestalt an. Sein Weg führte ihn von Stuttgart nach Karlsruhe, wo er zum Meisterschüler von Hermann Baisch und Gustav Schönleber wurde. Diese Zeit intensiver Ausbildung bereitete ihn auf die pulsierende Atmosphäre Münchens vor.
Bis 1884 war Buttersack in München tätig. Die künstlerische Energie der Stadt prägte seine frühen Berufsjahre maßgeblich. Sein Können brachte ihm Anerkennung durch den Prinzregenten Luitpold ein, der ihn zum königlichen Professor ernannte. Im Jahr 1891 markierte eine Goldmedaille im Glaspalast einen bedeutenden Moment des Erfolgs. Er blieb jedoch keine einsame Figur; 1892 wurde er zu einem der Mitbegründer der Münchner Secession und trug dazu bei, die Richtung der deutschen Landschaftsmalerei entscheidend mitzugestalten.
Die Künstlerkolonie Haimhausen
Gegen Ende des Jahres 1889 vollzog sich eine Veränderung. Von den dramatischen Landschaften der Region angezogen, zog Buttersack in den Landkreis Dachau. Schließlich ließ er sich in Haimhausen nieder, einem Ort, der zum Zentrum seines Vermächtnisses werden sollte. Hier errichtete er ein großes Haus mit einem weitläufigen Kunstatelier und einem gestalteten Garten. Dieser Ort war weit mehr als nur ein Wohnsitz; er wurde zum Fundament der Künstlerkolonie Haimhausen.
Er eröffnete eine Privatschule für Kunst und förderte so eine Gemeinschaft von Malern rund um seine eigene künstlerische Praxis. Seine Werke dieser Ära konzentrierten sich auf die Natur und fingen die ganz spezifische Atmosphäre der deutschen Landschaft ein. Die Gemälde sind oft erfüllt von Bewegung und Licht, wie etwa die Spannung, die in Gewitterwolken über der Amper spürbar ist.
Späte Jahre und Rückzug
Der Schwung seines Leidens und Malens wich schließlich einer Phase des persönlichen Niedergangs. Eine nicht näher bezeichnete nervöse Erkrankung begann ihn zu zeichnen. Die Verbindung zu seiner Umgebung schwand. Er begann, sich über die häufigen Ostwinde zu beklagen und bemängelte, wie diese die malerische Atmosphäre zerstörten, die er einst so meisterhaft einzufangen suchte. Die Freude an der heimischen Landschaft verblasste.
Im Jahr 1914 war der Übergang in ein zurückgezogenes Leben vollzogen. Er zog nach Icking. Diese Zeit der Isolation markierte seine letzten Jahre vor seinem Tod im Jahr 1925. Sein Beitrag bleibt untrennbar mit der Münchner Schule und der Entwicklung der Landschaftsmalerei verbunden – durch seine Rolle als Schöpfer und als Pädagoge gleichermaßen.
Fragen & Antworten
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