Künstler/in
Geboren in Edinburgh, Vereinigtes Königreich
Ein Leben zwischen Kunst und Literatur
William Bell Scott war ein wahrer Universalgelehrter der Kunst: Er war schottischer Künstler, Maler, Schriftsteller, Dichter, Grafiker, Kunsthistoriker, Exlibris-Sammler und leidenschaftlicher Druckgrafik-Sammler. Geboren in Edinburgh, Vereinigtes Königreich, war er der Sohn des Stechers Robert Scott und der Bruder des Malers David Scott. Sein künstlerischer Werdegang führte ihn von seiner Kindheit in Edinburgh nach London und später nach Newcastle upon Tyne, wo er von 1843 bis 1864 als Direktor der staatlichen Kunstschule wirkte. Während seiner Zeit in Newcastle erweiterte er sein Repertoire aus Landschafts- und Historienmalerei um industrielle Sujets und wurde so zu einem der ersten britischen Künstler, die die Prozesse der Industriellen Revolution in all ihrer Komplexität darstellten.
Doch über sein visuelles Schaffen hinaus war Scott auch ein äußerst produktiver Schriftsteller und Poet. Seine literarischen Beiträge waren ebenso vielfältig wie sein künstlerisches Spektrum.
Künstlerische Aufträge und Porträts
Scotts dekorative Arbeiten finden sich eindrucksvoll in monumentalen historischen Zyklen wieder. Für Wallington Hall in Northumberland schuf er acht großformatige Gemälde, die die Geschichte Northumbriens mit lebensgroßen Figuren illustrieren, ergänzt durch achtzehn Bilder zur Ballade von Chevy Chase. Zudem fertigte er einen historischen Zyklus für Penkill Castle in Ayrshire, Schottland, an, der das Gedicht The Kingis Quair von James I. künstlerisch begleitete.
Obwohl er sich nicht primär der Porträtmalerei verschrieb, bleibt sein markantes Porträt des Dichters Algernon Charles Swinburne ein ikonisches Bildnis der Kunstgeschichte. Seine Radierungen waren vornehmlich darauf ausgerichtet, als Illustrationen für seine eigenen Bücher zu dienen. In seinen späteren Jahren, nachdem er 1885 sein Amt im Science and Art Department niedergelegt hatte, widmete er sich ganz seinem Schreiben, bis er in South Ayrshire verstarb.
Museum
Ausgestellt in United Kingdom
Die Geschichte und die Ursprünge des Hauses
Das Treasurer's House in York ist ein geschütztes historisches Anwesen der Kategorie I, das im Minster Yard, unmittelbar nördlich des York Minster, thront. Die Geschichte dieses besonderen Ortes ist untrennbar mit der kirchlichen Verwaltung des Minsters verwoben. Das Amt des Schatzmeisters wurde einst von Thomas von Bayeux, dem Erzbischof von York, ins Leben gerufen, wobei der erste Schatzmeister des York Minster bereits im Jahr 1091 ernannt wurde. Über mehrere Jahrhunderte hinweg diente das Gebäude als prachtvoller Wohnsitz des Schatzmeisters und bot den gebührenden Rahmen, um hochrangige Gäste zu empfangen. Diese besondere Funktion blieb so lange bestehen, bis die Reformation der englischen Kirche im Jahr 1547 das Amt des Schatzmeisters schließlich zum Erliegen brachte.
Die physischen Fundamente des Hauses zeugen von der langen Besiedlungsgeschichte dieses Standortes. Das Bauwerk wurde direkt über einer der Hauptstraßen errichtet, die vom römischen York nach Norden führten. Im Zuge der umfassenden baulichen Veränderungen, die Frank Green vornahm, wurden vier römische Säulenbasen freigelegt. Eine dieser antiken Kostbarkeiten ist noch heute im Keller an ihrem ursprünglichen Platz erhalten. Das Anwesen befindet sich heute im Besitz und in der Obhut des National Trust.
Die Restaurierung durch Frank Green
Im Jahr 1897 begann Frank Green, ein wohlhabender lokaler Industrieller, mit dem ehrgeizigen Vorhaben, die verschiedenen Teile des Anwesens zu erwerben. Zwischen 1897 und 1898 kaufte er sukzessive jedes einzelne Segment auf, mit dem Ziel, die einst unterteilten Immobilien zu einem prachtvollen, einheitlichen Wohnsitz zu vereinen. Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, vertraute er die Leitung der Restaurierung dem Architekten Temple Moore an. Die architektonischen Arbeiten waren von großer Komplexität geprägt: Zahlreiche spätere Anbauten wurden entfernt, um dem Bauwerk wieder eine harmonische und geschlossene Gestalt zu verleihen. Dieses umfassende Projekt fand um das Jahr 1900 seinen weitgehenden Abschluss.
Für Green sollte das Haus weit mehr als nur ein Wohnort sein; es sollte die perfekte Bühne für seine exzellente Privatsammlung aus antiken Möbeln, Gemälden und kostbaren Objets d’art bilden. Als ein Mann von unerbittlicher Präzision pflegte er das Anwesen mit einer fast schon strengen Hingabe an Ordnung und Sauberkeit. Das heutige Interieur ist ein lebendiges Zeugnis seiner ganz persönlichen Vision eines grandiosen Stadthauses. In einem Akt der Weitsicht vermachte Green im Jahr 1930 sowohl das Haus als auch seine gesamte, unschätzbare Sammlung dem National Trust, wodurch sichergestellt wurde, dass das Anwesen und sein kostbarer Inhalt für die Nachwelt in ihrer Ganzheit erhalten bleiben.
Die Architektur und die prachtvollen Innenräume
Im Minster Yard, unmittelbar nördlich des imposanten York Minster gelegen, offenbart das Haus einen vielschichtigen architektonischen Charakter, der wie ein steinernes Geschichtsbuch wirkt. Die Fassade besticht durch eine symmetrische Front, die im frühen 17. Jahrhundert hinzugefügt wurde und dem Gebäude eine würdevolle Ausstrahlung verleiht. Während die Ursprünge des Bauwerks bis in das Mittelalter zurückreichen, zeugt die heutige Konfiguration von den tiefgreifenden Transformationen des späten 19. Jahrhunderts. Bis zum Jahr 1900 war das Anwesen zu einem prachtvoll dekorierten Stadthaus herangereift, das den Glanz vergangener Epochen in sich trägt.
Das Innere des Hauses entfaltet sich in dreizehn kunstvoll gestalteten Zeiträumen, die eine faszinierende Reise durch verschiedene Stile und Ären darstellen. Diese Räumlichkeiten schaffen ein ganz besonderes häusliches Arrangement, das den Übergang von einer ehemals in Wohneinheiten unterteilten Struktur zurück zu einem einheitlichen, herrschaftlichen Wohnsitz widerspiegelt. Die sorgfältige Anordnung dieser Räume wurde gezielt darauf ausgerichtet, eine kuratierte Sammlung kostbarer Antiquitäten und kunstvoller Objekte in ihrer vollen Pracht zur Schau zu stellen.
Mrs Halliwell as an Old Woman, 1840 - William Bell Scott
Thomas Evans, 1840 - William Bell Scott
'Frisk' a Skye Terrier, 1875 - Richard S. Moseley
Lady Charlotte Harley - Richard Westall
Landscape with a Lake, Cattle and a Figure on Horseback, 1801 - Charles Towne
Mr Halliwell on Horseback, 1794 - Charles Towne
Ausstellungen und Besucherinformationen
Das prachtvolle Anwesen öffnet seine Tore für Besucher gegen eine Eintrittsgebühr und lädt dazu ein, in eine andere Ära einzutauchen. Während der Zugang zu den weitläufigen Gartenanlagen und dem gemütlichen Café kostenfrei ist, bietet das Haus in bestimmten Zeiträumen exklusive Einblicke in seine bewegte Vergangenheit. Eine besondere Empfehlung ist die Ausstellung mit dem Titel „Demolition and Restoration“, die am 6. Mai eröffnet wurde und noch bis zum Ende des Jahres zu bewundern ist.
Die täglichen Besuchszeiten erstrecken sich von 11:00 bis 16:30 Uhr. Das Haus befindet sich im Minster Yard, unmittelbar nördlich des imposanten York Minster. Der Zugang zu den prachtvollen Innenräumen wird durch den National Trust verwaltet. Das Anwesen ist das ganze Jahr über für die Öffentlichkeit zugänglich, wobei die Verfügbarkeit spezifischer Führungen je nach Saison variieren kann.