Künstler/in
Geboren in Kopenhagen, Dänemark
Das Leben und die Karriere von Robert Jacobsen
Geboren am 4. Juni 1912 in Kopenhagen, Dänemark, war Robert Jacobsen ein Bildhauer und Maler, dessen Leben durch die Bewegung zwischen der schweren Beständigkeit von Stein und der industriellen Leichtigkeit von Metall geprägt wurde. In seinen frühen Jahren in Dänemark arbeitete er mit Granit und Sandstein und schuf massive Strukturen, die versuchten, mythologischen Kreaturen Gestalt zu verleihen. Diese Phase der schweren, erdgebundenen Materialien bildete das Fundament für eine Karriere, die schließlich danach streben sollte, die Leere durch modernere Mittel zu bezwingen.
Ein bedeutender Wendepunkt vollzog sich im Jahr 1947, als Jacobsen gemeinsam mit seinem Kollegen Richard Mortensen nach Frankreich reiste. Während seines Aufenthalts in Frankreich bis 1969 begann er, sich von der Schwere des traditionellen Steinmetzhandwerks zu lösen und wandte sich stattdessen dem Gusseisen zu. In diesen Jahren in Frankreich erhielt er den Spitznamen „Gros Robert“ – ein Moniker, der sowohl seine physische Präsenz als auch seinen wachsenden Ruf in der internationalen Kunstszene widerspiegelte. Diese Ära markierte seinen Übergang in die Welt des geschweißten Metalls und der abstrakten Konstruktionen, eine Richtung, die seine professionelle Identität über Jahrzehnte hinweg definieren sollte.
Nach seiner Rückkehr nach Dänemark beeinflusste er die künstlerische Landschaft sowohl durch sein schöpferisches Schaffen als auch durch seine Präsenz in akademischen Kreisen. Er blieb bis zu seinem Tod am 26. Januar 1993 in Tågelund, Dänemark, in der bildenden Kunst aktiv. Sein Leben war eine stetige Entwicklung: von der soliden, haptischen Natur der Erde hin zu den rhythmischen, offenen Strukturen aus Eisen und Stahl.
Künstlerische Entwicklung und Frühwerke
In den frühen Phasen seiner Schaffenszeit setzte sich Jacobsen mit der Schwere und Beständigkeit von Stein auseinander. Sein Fokus lag auf massiven Strukturen aus Granit und Sandstein, die er als „Fabeldyr“ (Dänisch: Fabeldyr) bezeichnete. Diese schweren, erdgebundenen Formen stellten einen deutlichen Kontrast zu den leichteren, skelettartigeren Werken dar, die später seinen Ruf prägen sollten. Gegen Ende der 1940er Jahre verschob sich sein Interesse hin zu einer völlig neuen Formensprache, was zur Entstehung einer Skulptorengruppe führte, die als „Dukkerne“ (Dänisch: Puppen) bekannt wurde.
Ein entscheidender Wendepunkt vollzog sich im Jahr 1947, als er gemeinsam mit seinem Kollegen Richard Mortensen nach Frankreich reiste. Dieser Umzug markierte den Beginn eines langjährigen Aufenthalts in Frankreich, der bis 1969 andauern sollte. In diesen Jahren in Frankreich veränderte sich sein Verhältnis zum Material grundlegend. Er wandte sich vom Meißel und dem massiven Stein ab und entdeckte stattdessen das Schweißgerät und die industriellen Eigenschaften von Gusseisen für sich. Dieser Übergang ermöglichte es ihm, das Konzept von Raum und Leere zu erforschen, wobei er Eisen nutzte, um rhythmische, spontane Konstruktionen zu schaffen, die die Schwerkraft förmlich zu überwinden schienen.
Technik und künstlerischer Stil
Jacobsens Entwicklung als Schöpfer war geprägt von einem fundamentalen Wandel in seinem Umgang mit der physischen Materie. In seinen frühen Jahren arbeitete er mit dem schweren, traditionellen Gewicht von Granit und Sandstein und meißelte massive Strukturen, die er als „Fabeldyr“ bezeichnete. Er experimentierte zudem mit den Texturen von Kalkstein, Holz und Marmor. Doch sein Umzug nach Frankreich markierte eine Abkehr vom Meißel. Er begann, die traditionellen Werkzeuge des Steinmetzes durch das Schweißgerät zu ersetzen, und tauschte den Widerstand des Gesteins gegen die Formbarkeit von Eisen und Stahl ein. Dieser Übergang ermöglichte es ihm, über die massive Substanz der Skulptur hinauszugehen und stattdessen das Leere zu erkunden.
Sein konstruktiver Ansatz definierte sich durch die Ablehnung des Vorherbestimmten. Er verließ sich weder auf Skizzen noch auf starre Pläne; stattdessen bevorzugte er einen Prozess der spontanen Schöpfung, bei dem die Form erst durch den Akt des Machens selbst entstand. Diese Methode ermöglichte eine rhythmische Eleganz, in der Linie und Form in einem Zustand ständiger, ungeskripteter Balance miteinander verschmolzen. Durch die Verwendung von Gusseisen und Stahl war er in der Lage, die Grenzen des Raumes auszuloten, indem er die Zwischenräume innerhalb einer Skulptur als wesentliche Bestandteile des Werkes behandelte. Er verwandelte massive, industrielle Materialien in luftige, weiträumige Konstruktionen, die die Wahrnehmung der Schwerkraft scheinbar außer Kraft setzten.
Akademische Rollen und berufliche Anerkennung
Jacobsens Einfluss erstreckte sich weit über die Ateliers hinaus in die Hörsäle der angesehensten Institutionen Europas. Von 1962 bis 1982 innehatte er eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste in München – eine Amtszeit, die zwei Jahrzehnte des Wandels künstlerischer Strömungen umfasste. Später kehrte er zu seinen Wurzeln in Kopenhagen zurück und wirkte zwischen 1976 und 1983 als Professor an der Königlich Dänischen Kunstakademie. Diese Rollen ermöglichten es ihm, das technische Verständnis einer neuen Generation von Künstlern durch seine tiefe Vertrautheit mit sowohl Stein als auch Metall maßgeblich zu prägen.
Seine Verdienste um die Kunst wurden mit bedeutenden offiziellen Ehrungen gewürdigt. Im Jahr 1967 wurde ihm die Thorvaldsen-Medaille verliehen, eine Auszeichnung, die seine herausragende Stellung innerhalb der Bildhauertradition anerkannte. Sein Ansehen in der dänischen Gesellschaft wurde 1983 durch die Ernennung zum Kommandeur des Dannebrog-Ordens weiter gefestigt. Diese Auszeichnungen spiegelten eine Karriere wider, die sich stetig von der experimentellen Spontaneität seiner frühen Schweißarbeiten zu einer Position etablierter Autorität in der europäischen Kunstszene entwickelt hatte.
Vermächtnis und bleibender Einfluss
Der Einfluss von Robert Jacobsen reicht tief in das Gefüge der dänischen kulturellen Identität hinein. Sein Name ist untrennbar mit künstlerischer Exzellenz in der dänischen Filmindustrie verbunden, verkörpert durch die Robert Awards, auch bekannt als Robert Prisen. Diese von der dänischen Filmakademie ins Leben gerufenen Auszeichnungen werden seit 1984 jährlich verliehen. Die Statuette selbst wurde von dem Künstler entworfen, wodurch seine physische Präsenz ein fester Bestandteil der Tradition dieser Zeremonie bleibt. Diese Verbindung zur Welt des Kinos schafft eine einzigartige Schnittstelle zwischen seiner visuellen Abstraktion und der breiteren kulturellen Landschaft Dänemarks.
Im Bereich der zeitgenössischen bildenden Kunst wird sein Andenken durch den Robert Jacobsen Preis der Würth Foundation lebendig gehalten. Seit 1993 wird dieser Preis an zeitgenössische Künstler verliehen, um seine herausragenden Beiträge auf diesem Gebiet zu würdigen. Eine solche Anerkennung stellt sicher, dass sein Name auch weiterhin mit der Entfaltung neuer künstlerischer Stimmen verknüpft bleibt. Ebenso gefestigt ist seine Präsenz in der institutionellen Welt, da seine Werke in bedeutenden Sammlungen zu finden sind. Dazu gehören das Guggenheim Museum in New York und das Statens Museum for Kunst in Kopenhagen, was seine strukturellen Erkundungen fest im Kanon der internationalen modernen Kunst verankert.
Museum
Ausgestellt in Kopenhagen, Dänemark
Die Geschichte und Ursprünge des Statens Museum for Kunst
Die Geschichte des Statens Museum for Kunst reicht weit zurück bis zu den privaten Kunstsammlungen, die von den dänischen Monarchen über Generationen hinweg angesammelt wurden. Diese königlichen Bestände bildeten das Fundament für das, was eines Tages das größte Kunstmuseum Dänemarks werden sollte. Während die Wurzeln der Institution untrennbar mit diesen souveränen Sammlungen verbunden sind, wird ihre formelle Gründung durch zwei bedeutende Daten markiert: Die Gründung des Museums erfolgte im Jahr 1824, und später, im Jahr 1896, nahm es seine heutige Identität an. Diese Entwicklung spiegelt den Übergang von der privaten königlichen Muße hin zu einer öffentlichen Mission wider. Das ursprüngliche Ziel war es, der Öffentlichkeit den Zugang zur Kunst zu ermöglichen, indem diese Schätze aus der Abgeschiedenheit der Paläste in einen gemeinsamen, geteilten Raum überführt wurden.
Die physische Präsenz des Museums wird durch seine neoklassizistische Architektur definiert. Das 1894 von Christian Lassen entworfene Gebäude nimmt eine zentrale Stellung in Kopenhagen, Dänemark, ein. Seine imposante Fassade, die durch hoch aufragende Säulen und filigrane Details besticht, spiegelt die architektonischen Ambitionen des späten 19. Jahrhunderts wider. Das Bauwerk war als grandioser ziviler Raum konzipiert, als ein dauerhaftes Zuhause für die visuelle Geschichte der Nation. Innerhalb dieser Mauern ist der Übergang von der privaten Sphäre in den öffentlichen Raum förmlich spürbar, da die Architektur selbst danach strebt, das Erbe der Werke, die sie beherbergt, zu ehren.
Eine vielfältige und umfassende Kunstsammlung
Die Sammlung umfasst mehr als 260.000 Exponate und zeichnet einen kreativen Stammbaum nach, der sieben Jahrhunderte umspannt. Diese Bestände beinhalten europäische Kunst von der Renaissance bis in die Gegenwart und bieten so einen kontinuierlichen Blick auf den stetigen Wandel der Ästhetik. In diesen Hallen findet man frühmittelalterliche illuminierte Manuskripte, die den moderneren Bewegungen vorausgehen. Das Museum legt zudem einen starken Schwerpunkt auf dänische und nordische Kunst, wodurch sichergestellt wird, dass die regionale Identität das zentrale Erlebnis bleibt.
Das schiere Ausmaß der Bestände, die insgesamt 240.000 Kunstwerke umfassen, ermöglicht eine tiefgehende Untersuchung der Evolution des künstlerischen Ausdrucks. Die Präsenz von Werken aus sieben Jahrhunderten vermittelt ein Gefühl historischer Kontinuität. Jedes Stück besitzt eine ganz eigene physische Präsenz – von den zarten Details antiker Manuskripte bis hin zu den weitläufigen Leinwänden späterer Epochen. Die Breite der Sammlung stellt sicher, dass die Entwicklung von Form und Farbe stets sichtbar bleibt.
Das Testament des Eudamidas, 1653
Porträt eines Mannes, 1575
Die Familie Nathanson, 1818
Ein Begräbnis, 1891
Meisterwerke und bedeutende Künstler
Die Sammlung deckt die gesamte Bandbreite der europäischen Kunst von der Renaissance bis heute ab. Man begegnet großen Meistern wie Mantegna und Rubens neben der sich wandelnden Ästhetik späterer Jahrhunderte. Die dänische Epoche des Goldenen Zeitalters bleibt ein zentraler Pfeiler der Bestände und bietet eine ganz spezifische Klarheit von Form und Licht. In diesen Räumen stellen die Werke von Matisse und Derain einen bedeutenden Schwerpunkt dar, insbesondere in der Art und Weise, wie Farbe und Struktur auf der Leinwand miteinander interagieren.
Der Dialog zwischen historischen Traditionen und zeitgenössischem Ausdruck ist allgegenwärtig. Bedeutende Werke von Edvard Munch und Vilhelm Hammershøi laden zu einer stillen Kontemplation des menschlichen Daseins ein. Während die älteren Leinwände von etablierten Vermächtnissen erzählen, bringt die Einbeziehung von Künstlern wie Abramovic, Danh Vo und dem Duo Elmgreen & Dragset die Spannung der Moderne in denselben Raum. Diese Nähe erlaubt einen direkten Vergleich zwischen den klassischen Techniken der Vergangenheit und der experimentellen Natur der aktuellen künstlerischen Praxis.
Das Glück des Lebens (Studie), um 1905 - Henri Matisse
Pierrot, um 1915 - Amedeo Clemente Modigliani
Das Testament des Eudamidas, 1653 - Nicolas Poussin
Porträt eines Mannes, 1575 - El Greco