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Leitfaden für studentische Kunstwerke

Tanzpaar

Name Klasse Datum

Ernst Ludwig Kirchner, Tanzpaar, Museum Folkwang. Gemeinfreiheit.

Eckdaten

Künstler
Ernst Ludwig Kirchner artsdot.com/de/artists/ernst-ludwig-kirchner_de/
Lebensdaten des Künstlers
1880 – 1938
Medium
Öl auf Leinwand
Bewegung
Expressionism Colour and shape deliberately distorted so the picture shows an emotion rather than a likeness.
Zeitraum
Moderne
Ausgestellt in
Museum Folkwang artsdot.com/de/museums/museum-folkwang-essen_de/
Bewegung
Expressionismus
Einflüsse
Albrecht Dürer
Jahr
Unbekannt (ca. 1909)
Titel
Tanzendes Paar

Im Kontext

Tanzpaar — Ernst Ludwig Kirchner

Wann könnte dieses Werk entstanden sein?

  1. 1880
  2. 1890
  3. 1900
  4. 1910
  5. 1920
  6. 1930

Schattiert: das Lebenswerk von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938)

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Farbpalette

Anhand des Bildes gemessen

    Hauptfarbe

    Rosiges Braun #b6a497

    Gespeicherte Palette

    • #B6A497
    • #778A99
    • #606E79
    • #D4C9C1
    Palette
    Neutrale Töne Die dominierende Farbgruppe im Bild.
    Hauptfarbe
    Rosiges Braun
    Intensität
    Ausgewogen Wie gesättigt und vielfältig die Farben sind – von einem einzelnen, dezenten Farbton bis hin zu einer Vielzahl leuchtender Töne.
    Kontrast
    Sanft Wie stark sich die Farben in Helligkeit und Sättigung über das Bild hinweg unterscheiden.
    Harmonie
    Disharmonische Farbpalette Wie gut die Farben zusammenwirken, von kontrastreich bis hin zu vollkommen harmonisch.
    Helligkeit
    Strahlend Wie hell oder dunkel das Bild insgesamt wirkt, von tiefen Schatten bis hin zu strahlenden Glanzpunkten.
    Sättigung
    Dezente Farben Wie rein und kräftig die Farben sind, von fast Grau bis hin zu voll lebendig.

    Über dieses Kunstwerk

    Tanzpaar — Ernst Ludwig Kirchner

    Anmerkungen zu diesem Werk

    Basierend auf veröffentlichten Quellen für diesen Leitfaden erstellt. Der Katalogeintrag selbst befindet sich im ersten Teil dieses Leitfadens.

    Thema
    Paartanz, Intimität

    Tanzendes Paar von Ernst Ludwig Kirchner: Eine Dynamische Darstellung der Moderne

    Künstler: Ernst Ludwig Kirchner

    Jahr: Unbekannt (wahrscheinlich um 1909, basierend auf verwandten Werken)

    Medium: Öl auf Leinwand

    Größe: Unbekannt

    Subjekt und Komposition

    “Tanzendes Paar” von Ernst Ludwig Kirchner präsentiert eine lebendige und etwas beunruhigende Darstellung eines intimen Moments zwischen einem Mann und einer Ballerina. Die Komposition ist dynamisch, zieht sofort den Blick des Betrachters auf die zentralen Figuren, die in einen Tanz vertieft sind. Die dargestellten Personen werden nicht realistisch wiedergegeben; vielmehr bedient sich Kirchner Verzerrungen und Übertreibungen, die für den Expressionismus charakteristisch sind. Die Pose der Tänzerin suggeriert sowohl Anmut als auch Instabilität, während der Mann sie zu stützen scheint, was ein Gefühl der Unsicherheit in ihrer Interaktion erzeugt. Der Hintergrund ist tiefblau gehalten, was einen starken Kontrast zu den wärmeren Farbtönen der Figuren bildet und den Fokus auf ihre Beziehung verstärkt.

    Stil und Technik: Expressionismus in Aktion

    Kirchner war eine Schlüsselfigur der deutschen Expressionistenbewegung, und "Tanzendes Paar" veranschaulicht diesen Stil eindrucksvoll. Der Expressionismus zielte darauf ab, subjektive Emotionen und Erfahrungen auszudrücken, anstatt objektive Realität darzustellen. Dies zeigt sich in Kirchners Verwendung von kräftigen Farben – Pink-, Gelb- und Blautöne dominieren die Palette – wodurch ein visuell auffälliger Effekt entsteht. Der Pinselstrich ist locker und sichtbar, was zu einer texturierten Oberfläche beiträgt, die die emotionale Intensität des Gemäldes verstärkt. Impasto-Techniken (stark aufgetragene Farbe) erhöhen diese Textur zusätzlich. Linien werden ausdrucksstark eingesetzt, um Konturen und Falten so zu definieren, dass das Gefühl Vorrang vor präziser Darstellung hat. Die Perspektive ist abgeflacht, was zum gesamten Eindruck emotionaler Kompression beiträgt, anstatt räumlicher Realismus.

    Historischer Kontext: Die Brücke und Urbanität

    Dieses Kunstwerk entstand während einer Zeit bedeutender sozialer und kultureller Veränderungen in Deutschland. Kirchner war Gründungsmitglied von "Die Brücke" (Die Brücke), einem Künstlerkollektiv, das 1905 gegründet wurde und sich zum Ziel gesetzt hatte, traditionelle künstlerische Konventionen zu durchbrechen. Die Künstler von “Die Brücke” waren zutiefst vom Stadtleben, der Industrialisierung und den Ängsten der Moderne beeinflusst. "Tanzendes Paar" kann trotz des scheinbar romantischen Themas als ein Spiegelbild dieser breiteren Themen interpretiert werden – vielleicht symbolisiert es die Fragilität menschlicher Beziehungen in einer zunehmend unpersönlichen Welt. Das Thema des Gemäldes spiegelt auch die Popularität von Ballettaufführungen und Theater während dieser Ära wider.

    Symbolik und Emotionale Wirkung

    Über seine ästhetischen Qualitäten hinaus trägt "Tanzendes Paar" symbolische Bedeutung. Die prekäre Pose der Tänzerin deutet auf Verletzlichkeit und Abhängigkeit hin, während die Stütze des Mannes eine komplexe Dynamik von Macht und Verantwortung impliziert. Die intensiven Farben und verzerrten Formen erwecken ein breites Spektrum an Emotionen hervor – von Aufregung und Leidenschaft bis hin zu Angst und Beklommenheit. Der Gesamteffekt des Gemäldes ist einer gesteigerten Emotionalität, der es den Betrachter einlädt, über die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Herausforderungen des modernen Lebens nachzudenken. Es ist eine kraftvolle Erkundung von Intimität, Fragilität und dem Streben nach Verbindung in einer sich schnell verändernden Welt.

    Gesamteindruck

    Das Kunstwerk ist eine lebendige und etwas beunruhigende Darstellung einer Balletttänzerin in einer dramatischen Pose. Es handelt sich um ein Ölgemälde mit sichtbaren Pinselstrichen, die zu einer strukturierten Oberfläche beitragen. Die Komposition ist dynamisch und zeigt zwei Figuren – einen Mann und eine Ballerina –, die in einer intimen, aber prekären Interaktion stehen. Der Hintergrund ist tiefblau und bietet einen Kontrast zu den wärmeren Tönen der dargestellten Personen. Der Stil scheint von Expressionismus beeinflusst, was sich durch verzerrte Formen und gesteigerte Emotionalität auszeichnet. Linien werden ausdrucksstark eingesetzt, insbesondere zur Definition der Konturen der Figuren und der Falten ihrer Kleidung. Die Formen sind überwiegend organisch – der Körper der Tänzerin, der Anzug des Mannes –, aber auch geometrisch, insbesondere im Hintergrund. Die Textur ist rau und pastos, was eine bewusste Farbauftragung suggeriert. Die Beleuchtung scheint auf die zentralen Figuren konzentriert zu sein und erzeugt Highlights und Schatten, die ihre Formen betonen. Die Perspektive ist etwas abgeflacht, was zur emotionalen Intensität des Gemäldes beiträgt, anstatt einen strengen Realismus darzustellen. Die Tiefe ist begrenzt, wobei der Hintergrund in einen verschwommenen Blauzustand übergeht. Das Thema dreht sich um das Verhältnis zwischen Tänzerin und Mann, möglicherweise symbolisch für Verletzlichkeit, Abhängigkeit oder sogar Gefangenschaft. Symbolische Elemente sind in der Pose der Tänzerin präsent – ein Gefühl von Instabilität und Hingabe. Die Farbpalette wird von Pink-, Gelb- und Blautönen dominiert, wodurch ein visuell auffälliger Effekt entsteht. Die Technik umfasst lockere Pinselstriche und eine Farbschichtung zum Aufbau von Form und Textur. Die verwendeten Materialien sind Ölfarben auf Leinwand.

    Künstler und Museen

    Künstler/in

    Ernst Ludwig Kirchner

    Geburtsort Aschaffenburg, Deutschland

    Ernst Ludwig Kirchner: Leben und Vermächtnis

    Frühes Leben und Ausbildung

    Ernst Ludwig Kirchner, eine zentrale Figur des deutschen Expressionismus, wurde am 6. Mai 1880 in Aschaffenburg, Bayern, geboren. Sein Familienhintergrund – preußischer Herkunft väterlicherseits und hugenottische Abstammung mütterlicherseits – prägte seine künstlerische Identität maßgeblich. Häufige Umzüge während seiner Kindheit – aufgrund der Stellensuche seines Vaters – führten dazu, dass Kirchner Schulen in Frankfurt und Perlen besuchte, bevor er sich mit seiner Familie in Chemnitz niederließ, als sein Vater eine Position an der örtlichen Technischen Hochschule annahm.

    Im Jahr 1901 begann Kirchner ein Studium der Architektur an der Königlichen Technischen Hochschule (RTH) in Dresden. Er wandte sich jedoch bald der Malerei zu und fand Inspiration in den Werken von Künstlern wie Albrecht Dürer, wobei er zusammen mit seinem Freund Fritz Bleyl eine radikale Kunstauffassung entwickelte.

    Gründung von Die Brücke

    Ein Wendepunkt in Kirchners Karriere war die Gründung von Die Brücke („Die Brücke“) im Jahr 1905, zu der er sich mit Bleyl, Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel zusammenschloss. Diese Gruppe strebte danach, die Kluft zwischen traditionellen akademischen Stilen und einer emotional aufgeladenen, modernen Form des Ausdrucks zu überbrücken. Sie suchten Inspiration in primitiver Kunst, insbesondere aus Afrika und Ozeanien, sowie in den Werken von Vincent van Gogh und Edvard Munch.

    Künstlerischer Stil und Haupteigenschaften

    Kirchners künstlerischer Stil zeichnet sich durch kräftige Farben, expressive Pinselstriche und oft verstörende Kompositionen aus. Er stellte häufig urbane Szenen dar und porträtierte so die Entfremdung und Ängste des modernen Lebens im frühen 20. Jahrhundert in Deutschland. Seine Werke umfassen auch eine bedeutende Anzahl von Aktzeichnungen in natürlichen Landschaften, die seine Faszination für Bewegung und Form zeigen.

    Kräftige Farbpaletten: Kirchner setzte lebendige, oft nicht-naturalistische Farben ein, um Emotionen zu vermitteln.

    Expressiver Pinselstrich: Seine Pinselstriche sind energiegeladen und sichtbar und tragen so zur emotionalen Intensität seiner Gemälde bei.

    Verzerrte Formen: Figuren und Objekte werden oft verzerrt oder verlängert, was eine subjektive anstelle einer objektiven Realität widerspiegelt.

    Urbanes Thema: Viele seiner Werke zeigen belebte Stadtstraßen und die psychologischen Auswirkungen des modernen urbanen Lebens.

    Wichtige Werke und Errungenschaften

    Zu Kirchners bedeutendsten Werken gehören:

    Die Straße (1908) – Eine typische Darstellung des Berliner Straßenlebens, die seine Energie und Entfremdung einfängt.

    Tanzende Springerin, Gret Palucca (1912) – Zeigt sein Interesse an ausdrucksvoller Bewegung und der menschlichen Form.

    Selbstbildnis mit einer Modellin (1910) - Ein eindrucksvolles Beispiel für seine Selbsterkundung durch Kunst.

    Fünf Frauen auf der Straße (1913)

    Späteres Leben, Herausforderungen und Vermächtnis

    Kirchners Leben war von persönlichen Turbulenzen geprägt. Er erlitt während des Ersten Weltkriegs einen psychischen Zusammenbruch und zog sich daraufhin nach die Schweiz zurück. Der Aufstieg des Nationalsozialismus brachte weitere Not mit sich; über 600 seiner Werke wurden beschlagnahmt und als "entartete Kunst" gebrandmarkt. Kirchner beging im Juni 1938 in Davos, Schweiz, unter dem Druck von Verfolgung und gesundheitlichem Niedergang tragischerweise Selbstmord.

    Trotz dieses tragischen Endes lebt Ernst Ludwig Kirchners Vermächtnis fort. Er bleibt eine zentrale Figur des deutschen Expressionismus und beeinflusst mit seinem kühnen Stil und seinen emotional aufgeladenen Darstellungen des modernen Lebens Generationen von Künstlern. Seine Werke werden weiterhin in wichtigen Museen auf der ganzen Welt ausgestellt und sind bei Sammlern sehr begehrt.

    Einflüsse & Wirkung

    Beeinflusst von: Albrecht Dürer, Vincent van Gogh, Edvard Munch, Primitive Kunst (Afrikanisch & Ozeanisch)

    Beeinflusste: Kirchners Werk hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf nachfolgende Generationen von Expressionisten und Modernen Künstlern. Seine Erforschung psychologischer Themen und seine innovative Verwendung von Farbe und Form inspirieren bis heute zeitgenössische Kunstpraktiken.

    Museum

    Museum Folkwang

    Aktuell ausgestellt in Essen, Deutschland

    Ein Erbe der Vision: Die Seele des Museum Folkwang erkunden

    Im Herzen von Essens Industriegebiet erstrahlt das Museum Folkwang nicht nur als Kunsthaus, sondern auch als lebendiges Zeugnis einer tiefgreifenden Vision – eine Erzählung aus den leidenschaftlichen Bestrebungen privater Sammler, den turbulenten Strömungen der Geschichte und einem unerschütterlichen Engagement für die Förderung der Entwicklung moderner Ausdrucksformen. Geboren aus der harmonischen Vereinigung zweier unterschiedlicher, aber komplementärer Erbes – des 1906 in Hagen gegründeten Kunstmuseum und des bis 1902 bestehenden, bahnbrechenden Folkwang Museums – stieg diese Institution schnell zu einem Leuchtturm für avantgardistische Gedanken auf, bereits in ihren Anfängen als ein unübertroffener Raum zur künstlerischen Erforschung gelobt. Paul J. Sachs’ Aussage von 1932, es sei das „schönste Museum der Welt“, spiegelte eine tiefe Wahrheit wider: Das Museum Folkwang verkörpert eine einzigartige Konvergenz ästhetischer Ambition und intellektueller Strenge – ein Geist, der seine Identität bis heute prägt. Der Name selbst, „Folkwang“ – abgeleitet von den nordischen Mythen und die Geisterwelt Freyas – deutet auf eine tiefe Auseinandersetzung mit Themen wie Leben, Verlust und Erinnerung hin, verleiht jedem Exponat eine melancholische Resonanz.

    Die Geschichte des Museum Folkwang ist untrennbar mit seinem Gründer, Karl Ernst Osthaus, verbunden, dessen radikale Vision die Institution von Grund auf prägte. Das 1902 gegründete Folkwang war mehr als nur ein Archiv für Kunst; es wurde als eine dynamische Plattform konzipiert – ein Raum, der Dialog zwischen Kunst und Gesellschaft fördern sollte, eine bemerkenswert fortschrittliche Idee zu dieser Zeit, die bis heute seine Programmierung prägt. Osthaus glaubte fest an die transformative Kraft der Kunst und setzte sich dafür ein, dass sie nicht nur als Dekoration, sondern als Katalysator für soziale Veränderungen und intellektuelles Wachstum betrachtet wird. Dies zeigt sich unmittelbar in den frühen Sammlungen des Museums, die Impressionismus und Post-Impressionismus begeistert aufnahmen und Künstler wie Cézanne und Matisse nach Essen lockten und die Stadt gleichzeitig zu einem wichtigen Zentrum für künstlerische Innovation dieser Zeit machten. Die Annahme des deutschen Expressionismus – mit Werken von Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde und Oskar Kokoschka – festigte das Ansehen des Museum Folkwang als Verfechter roher Emotionen und sinnlicher Erfahrungen und bot eine kraftvolle Auseinandersetzung mit den Ängsten und Unsicherheiten der modernen Welt. Die Sammlung an Kunst des frühen 20. Jahrhunderts ist besonders bekannt für ihre Intensität und ihren emotionalen Tiefgang, die eine Generation widerspiegeln, die sich mit raschen sozialen und politischen Veränderungen auseinandersetzt.

    Eine eingehendere Betrachtung der Sammlungen offenbart eine bemerkenswerte Tiefe, insbesondere in ihrer Auseinandersetzung mit Impressionismus und Post-Impressionismus. Hier werden Meisterwerke von Cézanne und Matisse nicht isoliert präsentiert, sondern als Wendepunkte innerhalb eines größeren künstlerischen Dialogs – einer Diskussion über Licht, Farbe und die subjektive Erfahrung der Realität. Die akribische Beobachtung und die geometrische Vereinfachung, die Cézannes Landschaften und Stillleben kennzeichnen, werden beispielsweise besonders eindrucksvoll dargestellt, während Matisses kühne Verwendung von Farben, die den Geist des mediterranen Lichts einfängt, alltägliche Themen in Leinwände voller Vitalität verwandelt. Jenseits dieser grundlegenden Bewegungen zeichnet sich das Museum Folkwang durch seine tiefe Auseinandersetzung mit dem deutschen Expressionismus aus und präsentiert eine Sammlung, die von Intensität geprägt ist – ein Ausdruck der gesellschaftlichen Ängste und persönlichen Reflexionen der Zeit. Das Museum scheut sich nicht vor den dunkleren Strömungen des menschlichen Erlebens und bietet einen eindringlichen Kommentar zu den Komplexitäten der modernen Welt – ein Beweis für Osthaus’ ursprüngliche Vision. Darüber hinaus verfügt das Museum über eine umfangreiche Archiv von über 340.000 deutschen Plakaten, die vom Weimarer Republik bis zur Kalten Kriegszeit reichen, und bietet so einen unverzichtbaren visuellen Bericht über politische Debatten, wirtschaftliche Veränderungen und sich wandelnde kulturelle Sensibilitäten – ein Beweis für die Fähigkeit der Kunst, sowohl Spiegel als auch Gestalter von Gesellschaft zu sein.

    Die physische Struktur des Museum Folkwang spiegelt seine dynamische Geschichte und seinen zukunftsorientierten Geist wider. Das ursprüngliche Gebäude wurde sorgfältig erweitert, wobei insbesondere die 2010 entworfene Erweiterung durch David Chipperfield eine bemerkenswerte Ergänzung darstellt. Dies war nicht nur eine Hinzufügung von Raum; es war eine sorgfältige Auseinandersetzung zwischen historischer Bewahrung und zeitgenössischem Design – ein meisterhafter Mix aus Beton und Glas, der die Museumsgeschichte respektiert und gleichzeitig viel natürliches Licht schafft und dynamische Ausstellungsräume bietet. Chipperfields Intervention fügt sich nahtlos in die bestehende Architektur ein und erzeugt eine harmonische Mischung aus Alt und Neu. Die durchlaufende, alabasterartige Fassade, die aus recycelten Glasplatten besteht, verändert sich mit dem wechselnden Tageslicht und schafft eine ätherische Qualität, die zur Erkundung einlädt. Im Inneren schaffen großzügige Freiräume und sorgfältig gestaltete Beleuchtung die Wertschätzung jedes Kunstwerks und fördern ein Gefühl von Intimität und Kontemplation. Die Architektur des Gebäudes ist nicht nur funktional; sie trägt aktiv zum Besuchererlebnis bei, indem sie Offenheit betont und eine tiefere Auseinandersetzung mit den Meisterwerken ermöglicht. Die 2010 erbaute Erweiterung zeichnet sich besonders durch ihre innovative Verwendung von Licht und Raum aus und schafft einen spektakulären Kontrast zum ursprünglichen historischen Gebäude.

    Dennoch ist die Geschichte des Museum Folkwang untrennbar mit einem schmerzhaften Kapitel der deutschen Geschichte verbunden: dem Aufstieg des Nationalsozialismus. Die Unterdrückung künstlerischer Freiheit führte zur zwangsweisen Entfernung von über 1.200 Kunstwerken, die als „degenerate“ eingestuft wurden, ein herzzerreißender Verlust, der die Sammlung und ihr Ansehen tiefgreifend beeinträchtigte. Trotz dieser schmerzhaften Verluste bewahrte das Museum Folkwang seine Widerstandsfähigkeit, baute seine Sammlung nach dem Zweiten Weltkrieg durch unermüdliche Bemühungen um Wiederbeschaffung wieder auf und bekräftigte sein Engagement für künstlerische Integrität. Die im Laufe dieser dunklen Zeit bewiesene Widerstandsfähigkeit ist ein kraftvolles Symbol für die Hingabe derer, die an die dauerhafte Kraft der Kunst glaubten, politische Ideologien zu überwinden und zukünftige Generationen zu inspirieren. Das Museums Engagement für „degenerate Art“ – verkörpert durch die umstrittene 1937 organisierte Ausstellung von Joseph Goebbels – erinnert eindringlich an die Gefahren der Zensur und die Bedeutung des Schutzes des kulturellen Erbes. Heute bleibt das Museum Folkwang nicht nur ein Archiv für Meisterwerke, sondern auch ein kraftvoller Mahnmal an die Künstler, deren Stimmen während einer der turbulentesten Perioden der Geschichte verstummt wurden.

    Highlights & &; Sammlungen

    Die Museums Sammlung ist ein lebendiger Teppich, der aus vielfältigen künstlerischen Fäden gewebt ist und Besuchern eine Reise durch die Entwicklung der modernen Kunst ermöglicht. Zu den wichtigsten Highlights gehören:

    *Impressionismus und Post-Impressionismus:* Eine beeindruckende Auswahl an Werken von Monet, Renoir, Cézanne und Matisse – die ihre revolutionären Ansätze in Bezug auf Licht, Farbe und Form demonstrieren.

    *Deutscher Expressionismus:* Mächtige Gemälde und Drucke von Kirchner, Nolde, Kokoschka und anderen, die die Ängste und emotionale Intensität des frühen 20. Jahrhunderts einfangen.

    *Frühzeitiges deutsches Kunst des 20. Jahrhunderts:* Eine bedeutende Sammlung, die die künstlerische Blütezeit der Weimarer Republik dokumentiert und Werke von Dix, Grosz und Schad umfasst.

    *Fotografie-Archiv:* Ein umfangreiches Archiv mit über 50.000 Fotografien, das eine einzigartige Perspektive auf die Geschichte der Fotografie und der visuellen Kultur bietet.

    *Deutsches Plakatmuseum (Deutsche Plakat Museum):* Eine bemerkenswerte Sammlung von über 340.000 Plakaten aus der Weimarer Republik bis zur Kalten Kriegszeit, die einen faszinierenden Einblick in politische Debatten, wirtschaftliche Veränderungen und sich wandelnde kulturelle Sensibilitäten bietet.

    Architektur & Design

    Die Architektur des Museums ist genauso

    Weitere Lesetipps

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    artsdot.com/de/art/download/ernst-ludwig-kirchner-tanzpaar-D3YHP2-de/

    Zitierweise für dieses Kunstwerk

    MLA
    Kirchner, Ernst Ludwig. Tanzpaar. n.d., Museum Folkwang. https://artsdot.com/de/art/ernst-ludwig-kirchner-tanzpaar-D3YHP2-de/
    APA
    Kirchner, Ernst Ludwig (n.d.). Tanzpaar [Painting]. Museum Folkwang. https://artsdot.com/de/art/ernst-ludwig-kirchner-tanzpaar-D3YHP2-de/
    Chicago
    Ernst Ludwig Kirchner. Tanzpaar. n.d. Museum Folkwang. https://artsdot.com/de/art/ernst-ludwig-kirchner-tanzpaar-D3YHP2-de/
    Harvard
    Kirchner, Ernst Ludwig (n.d.) Tanzpaar. Museum Folkwang. Available at: https://artsdot.com/de/art/ernst-ludwig-kirchner-tanzpaar-D3YHP2-de/

    Genau hinsehen

    Tanzpaar — Ernst Ludwig Kirchner

    Genau hinsehen

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    1. Was fällt Ihnen als Erstes ins Auge und warum?
    2. Welche Farben oder Formen erzeugen die Stimmung – und wie lässt sich diese beschreiben?
    3. Wie viele Gesichter können Sie finden? ____ (unser Katalog zählt 1 – stimmen Sie dem zu?)
    4. Unser Katalog ordnet dieses Werk unter folgenden Schlagworten ein: dance, couple, modernity. Stimmen Sie dem zu? Was würden Sie hinzufügen oder weglassen?
    5. Werfen Sie einen Blick zurück auf Das Urteil des Paris, weiter oben in diesem Leitfaden. Nennen Sie zwei Gemeinsamkeiten mit diesem Werk und einen Unterschied.

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    Kunst-Quiz

    Tanzpaar — Ernst Ludwig Kirchner

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    Wählen Sie jeweils eine Antwort für jede der 5 unten stehenden Fragen aus. Jede Frage hat genau eine richtige Antwort.

    1. 1. Was ist das Hauptthema des Gemäldes "Tanzendes Paar" von Ernst Ludwig Kirchner?

      • A Eine Landschaft mit Bergen
      • B Ein intimes Moment zwischen einem Mann und einer Ballerina
      • C Eine Schlachtszene
    2. 2. Welche Kunstrichtung wird durch Kirchners Stil in "Tanzendes Paar" am besten repräsentiert?

      • A Impressionismus
      • B Expressionismus
      • C Kubismus
    3. 3. Welche Farbe dominiert den Hintergrund des Gemäldes "Tanzendes Paar?"

      • A Rot
      • B Grün
      • C Blau
    4. 4. Zu welcher Künstlergruppe gehörte Ernst Ludwig Kirchner?

      • A Die Fauves
      • B Die Brücke
      • C Der Blaue Reiter
    5. 5. Welche Technik wird durch die sichtbaren Pinselstriche und die raue Textur des Gemäldes betont?

      • A Sfumato
      • B Impasto
      • C Chiaroscuro

    Mein Ergebnis: ____ von 5

    Lösungsschlüssel — für die Lehrkraft

    Dies beginnt eine neue Druckseite und kann daher bei den Kopien einfach weggelassen werden.

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