Künstler/in
Geburtsort Tenby, Vereinigtes Königreich
Augustus Edwin John: Ein Leben in der Kunst
Geboren: 4. Januar 1878, Tenby, Wales
Gestorben: 31. Oktober 1961, Fordingbridge, England
Frühes Leben und künstlerische Ausbildung
Johns frühes Leben war geprägt von seinem walisischen Erbe und einem unterstützenden Familienumfeld. Seine Mutter weckte in ihm schon in jungen Jahren eine Liebe zum Zeichnen.
Er besuchte mit 17 Jahren die Tenby School of Art und zeigte früh ein Talent für Kunst.
Seine weiteren Studien an der Slade School of Fine Art, University College London (1894-1898), waren entscheidend für seine Entwicklung als Künstler. Er zeichnete sich dort aus und gewann 1898 den Slade Summer Art Prize.
Eine schwere Kopfverletzung im Jahr 1897 führte zu einer dramatischen Veränderung seiner Persönlichkeit und seines künstlerischen Stils, die durch größere Spontaneität und Kühnheit gekennzeichnet war.
Künstlerischer Stil und Hauptwerke
Einflüsse: Johns Werk wurde von Altmeistermalern wie Peter Paul Rubens sowie französischen Zeitgenossen wie Matisse und Gauguin beeinflusst. Er ließ sich auch von Puvis de Chavannes inspirieren.
Stil: Sein Stil entwickelte sich durch den Postimpressionismus, der sich durch lebendige Farben, ausdrucksstarke Pinselstriche und einen Fokus auf die Essenz seiner Motive auszeichnete.
Porträts: John ist am besten für seine Porträts bekannt, die oft aristokratische Figuren und literarische Persönlichkeiten darstellten. Er hatte ein Talent dafür, in seinen Schützlingen eine "momentane Haltung" einzufangen. Bemerkenswerte Beispiele sind Porträts von David Lloyd George, James Joyce und George Bernard Shaw.
Hauptwerke:
Caspar (1909): Ein ergreifendes Porträt, das kindliche Unschuld zeigt.
Porträts von Archibald Henry Macdonald Sinclair (1924)
Portrait of Francis Henry Crittall (1919)
Air Mechanic Shaw (Colonel T. E. Lawrence of Arabia, 1935)
David John (1937)
Zigeunerkunde: Eine Faszination für die Romani-Kultur führte zu einer Zeit, in der er und seine Familie in einem Wohnwagen lebten, was seine künstlerischen Themen beeinflusste und ihn schließlich dazu brachte, den Präsidenten der Gypsy Lore Society zu werden.
Entwicklung und historische Bedeutung
John wurde anfänglich für seine Figurendarstellungen und innovativen Ölskiziertechniken gefeiert, doch sein späteres Werk litt manchmal unter einem Rückgang der malerischen Brillanz und wurde eher flamboyant als wirkungsvoll.
Während des Ersten Weltkriegs diente er als Kriegskünstler im Dienst der kanadischen Streitkräfte und schuf einprägsame Porträts von Soldaten. Ein anschließender Vorfall führte zu seiner Entsendung zurück nach England.
Trotz schwankender Kritikerrezeption im Laufe seiner Karriere ist Augustus Edwin John eine bedeutende Figur in der britischen Kunstgeschichte. Er war einer der wenigen britischen Künstler, die breite öffentliche Anerkennung erlangten und dazu beitrugen, den Postimpressionismus im Vereinigten Königreich zu popularisieren.
Sein Vermächtnis liegt in seinem außergewöhnlichen Zeichenkunst, seiner Fähigkeit, Charakter in Porträts einzufangen und seinem Beitrag zur Entwicklung der modernen britischen Malerei.
Spätere Jahre und Vermächtnis
John wurde 1942 den Order of Merit verliehen, als Anerkennung für seine Beiträge zur Kunst.
Er schrieb zwei Bände seiner Autobiografie, Chiaroscuro (1952) und Finishing Touches (posthum veröffentlicht 1964).
Während sein Ruf nach dem Zweiten Weltkrieg einen Rückgang erlebte, gibt es ein erneutes Interesse an seinen Werken, insbesondere an seinen frühen Arbeiten.
Johns Schwester, Gwen John, war ebenfalls eine hochangesehene Künstlerin, was das künstlerische Erbe der Familie weiter festigte.
Museum
Aktuell ausgestellt in Salisbury, Vereinigtes Königreich
Ein Schatz Wiltshires: Die Salisbury Museum-Erfahrung
Im Herzen von Salisbury, eingebettet in die malerische Cathedral Close, verbirgt sich ein wahrhaft außergewöhnliches Juwel – das Salisbury Museum. Mehr als nur eine Sammlung von Artefakten, ist es ein Fenster in die Vergangenheit Wiltshires, ein Ort, an dem Geschichte und Kunst zu einem atemberaubenden Gesamterlebnis verschmelzen. Die Gründung des Museums im Jahr 1860 durch Dr. Richard Fowler war der Beginn einer bemerkenswerten Reise, die sich über mehr als 160 Jahre erstreckt hat – eine Reise, die von kontinuierlicher Forschung, sorgfältiger Sammlungspflege und einem unerschütterlichen Engagement für die Bewahrung des lokalen Erbes geprägt ist.
Das Museum selbst ist ein Meisterwerk der Architektur. Ursprünglich als King’s House errichtet, diente das Gebäude im frühen 17. Jahrhundert als prunkvolle Residenz für königliche Besucher. Die sorgfältige Restaurierung bewahrt die ursprünglichen Merkmale dieses historischen Gebäudes: die beeindruckenden Spitzbogenfenster, die vergoldeten Stuckdecken und die elegante Eichentreppe mit Balustrade zeugen von der Handwerkskunst dieser Epoche. Die Entscheidung, das Museum hier anzusiedeln, war nicht nur eine logistische, sondern auch eine symbolische – sie unterstreicht die tiefe Verwurzelung des Museums in der Geschichte und Kultur Wiltshires.
Stonehenge & Die Prähistorie:
Das Herzstück des Museums bildet zweifellos seine Sammlung rund um Stonehenge. Hier finden sich nicht nur beeindruckende Repliken von Dolmen und Steinsäulen, sondern auch Originalfunde, die Einblicke in das Leben der Menschen geben, die diese monumentalen Bauwerke errichteten. Die Ausstellung beleuchtet die Bedeutung von Stonehenge als religiöses Zentrum und untersucht die komplexen Theorien über seine Entstehung und Funktion.
Lokale Archäologie:
Das Museum erzählt die Geschichte Wiltshires von den frühesten Zeiten bis in die Gegenwart. Von Eisenzeitlichen Hügelbefestigungen bis hin zu römischen Siedlungen – hier werden die Spuren verschiedener Kulturen und Epochen lebendig. Ein besonderes Highlight ist die Wardour Hoard, eine bemerkenswerte Sammlung von Bronze- und Eisenzeitalter Artefakten, die einen faszinierenden Einblick in die Handwerkskunst und den Handel der damaligen Zeit gewährt.
Britische Kunst:
Die Sammlung britischer Kunst umfasst Werke bedeutender Künstler wie John Constable, J.M.W. Turner, Elisabeth Frink und Rex Whistler. Diese Meisterwerke zeugen von der künstlerischen Vielfalt des Landes und bieten einen Einblick in die Lebenswelt der Künstler. Regelmäßige Ausstellungen beleuchten zudem lokale Talente und Verbindungen zum Wessex-Gebiet.
Der Meteorit von Lake House:
Ein wahrhaft außergewöhnliches Objekt ist der 90 kg schwere Meteorit, der bei Lake House entdeckt wurde und seit Jahrtausenden konserviert wird. Dieser kosmische Besucher ist ein Beweis für die Verbindung Wiltshires zum Universum und eine faszinierende Ergänzung zur Museumsbesucherfahrung.
Die Kunst des Detailes: Architektur und Geschichte
Das King’s House, das Zuhause des Salisbury Museum, ist mehr als nur ein Gebäude – es ist ein lebendiges Dokument der englischen Geschichte. Die sorgfältige Restaurierung hat die ursprüngliche Pracht dieses historischen Gebäudes bewahrt. Die beeindruckenden Spitzbogenfenster, die vergoldeten Stuckdecken und die elegante Eichentreppe mit Balustrade zeugen von der Handwerkskunst des 17. Jahrhunderts. Die Architektur des King’s House ist ein Spiegelbild der Epoche, in der sie errichtet wurde – eine Zeit des Umbruchs, der Innovation und des künstlerischen Schaffens.
Ein Kaleidoskop der Geschichten: Ausstellungen und Forschung
Das Salisbury Museum ist ständig im Wandel. Regelmäßige temporäre Ausstellungen bieten den Besuchern die Möglichkeit, neue Perspektiven auf die Geschichte und Kultur Wiltshires zu gewinnen. Die Sammlung wird kontinuierlich erweitert und gefördert durch umfangreiche Forschungsarbeiten. Das Museum engagiert sich aktiv in der Erforschung lokaler Archäologischer Funde und arbeitet mit Experten aus verschiedenen Disziplinen zusammen, um das Wissen über Wiltshires Vergangenheit zu vertiefen.
Einzigartigkeit und Besonderheit
Was das Salisbury Museum von anderen Museen unterscheidet, ist seine unerschütterliche Hingabe an die Geschichte und Kunst Wiltshires. Die Kombination aus bedeutenden archäologischen Funden, beeindruckender Kunst und einem atemberaubenden historischen Gebäude schafft ein wirklich immersives und bereicherndes Erlebnis. Das Museum ist nicht nur ein Ort der Ausstellung, sondern auch ein Ort des Lernens, der Inspiration und der Begegnung – ein Schatz Wiltshires, der es zu entdecken gilt.