Selbstbildnis Nr. 28
Handgefertigte Ölreproduktion
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Selbstbildnis Nr. 28
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Ein Blick auf die Seele: Das Selbstbildnis Nr. 28 Rembrandts
Rembrandt Harmenszoon van Rijn, geboren 1606 in Leiden und gestorben 1669 in Amsterdam, gilt als einer der größten Künstler des niederländischen Goldenen Zeitalters und steht für eine außergewöhnliche Verbindung von Licht und Schatten – ein Prinzip, das ihn zu seinem unverwechselbaren Stil führte. Sein Leben begann unter einfachen Umständen: Er war Sohn eines Müllers und wurde in einer Familie von Bäckerfamilien erzogen. Eine umfassende Ausbildung am Leidener Latin School bereitete ihm den Grundstein für sein künstlerisches Schaffen und ermöglichte ihm später eine tiefgreifende Beschäftigung mit klassischen Idealen.
- Die Bedeutung des Selbstporträts im Werk Rembrandts: Rembrandt erschuf über hundert Selbstbilder, darunter mehr als vierzig Gemälde und dreißig Kupferstiche. Diese Werke sind nicht nur Dokumente seiner persönlichen Entwicklung, sondern auch Ausdruck eines tiefen philosophischen Nachdenkens über das menschliche Sein und die Frage nach Identität. Er betrachtete sich selbst als zentrales Motiv seines künstlerischen Schaffens und setzte damit eine Tradition fort, die bis heute Bestand hat.
- Ein Stilbruch im Vergleich zu seinen Kollegen: Im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern seiner Zeit konzentrierte sich Rembrandt auf eine außergewöhnliche Detailgenauigkeit und einen dramatischen Einsatz von Licht und Schatten – ein Verfahren, das er von Pieter Lastman übernahm und perfektionierte. Diese Technik wird als „Chiaroscuro“ bezeichnet und ermöglichte es ihm, Figuren und Szenen mit einer beeindruckenden Wirkung zu gestalten.
Die Technik des Zeichnungens: Eine Studie in Licht und Schatten
Das Selbstbildnis Nr. 28 ist eine beeindruckende Darstellung dieser Technik. Rembrandt verwendete ausschließlich Graphit auf Papier und setzte dabei eine außergewöhnliche Vielzahl von Schraffuren ein, um die Textur der Haut und der Kleidung zu imitieren und eine tiefgreifende Wirkung zu erzielen. Durch geschickte Verwendung von Licht und Schatten gelang es ihm, eine Atmosphäre von Melancholie und Kontemplation zu schaffen – ein Ausdruck seiner persönlichen Erfahrung und eines zentralen Themen seines künstlerischen Schaffens.
- Die Rolle des Schraffurverfahrens: Das Schraffurverfahren ermöglichte es Rembrandt, verschiedene Tonwerte zu erzeugen und eine beeindruckende Tiefenschichtung zu erreichen. Dabei werden kurze Linien in unterschiedliche Richtungen eingesetzt, um Schatten und Licht zu simulieren und somit ein Gefühl von Volumen und Bewegung zu vermitteln.
- Die Bedeutung der Komposition: Die zentrale Darstellung des Kopfes und Oberkörpers unterstreicht die Bedeutung des Selbstbildnisses als Ausdruck persönlicher Reflexion und innerer Weltlichkeit. Eine einfache, aber effektive Komposition verstärkt den Eindruck von Ruhe und Kontemplation.
Historischer Kontext und künstlerische Einflüsse
Rembrandt lebte im Herzen des niederländischen Goldenen Zeitalters und wurde maßgeblich von der Philosophie und Kunst seiner Zeit beeinflusst. Besonders wichtig war ihm die Beschäftigung mit klassischen Idealen und insbesondere mit der griechischen Tragödie, die er in seinen Werken auf subtile Weise wiederholte. Er studierte intensiv bei Pieter Lastman und lernte dessen dramatische Verwendung von Licht und Schatten kennen – ein Stilbruch gegenüber den vorherrschenden Konventionen seiner Zeit.
- Der Einfluss der griechischen Tragödie: Rembrandt ließ sich von der griechischen Tragödie inspirieren und setzte dabei Elemente wie Figurenzeichnung und dramatische Komposition ein, um Emotionen und Konflikte auszudrücken.
- Die Bedeutung des Barock: Obwohl Rembrandt seinen Stil nicht vollständig dem Barock zugerechnet werden kann, teilte er mit anderen Künstlern seiner Zeit eine gewisse Sensibilität für Bewegung und Dynamik – ein Ausdruck der gesellschaftlichen Veränderungen und Herausforderungen seiner Zeit.
Ein Symbol für Kontemplation und menschliche Größe
Das Selbstbildnis Nr. 28 ist mehr als nur eine technische Meisterleistung; es ist ein tiefgründiges Werk der Kunstgeschichte, das bis heute fasziniert und inspiriert. Es verkörpert die Idee von menschlicher Größe und Kontemplation und erinnert uns daran, dass auch in den einfachsten Formen Schönheit und Bedeutung liegen können. Ein außergewöhnliches Beispiel für die Kunst des niederländischen Goldenen Zeitalters und ein unverzichtbarer Bestandteil des künstlerischen Erbes Rembrandts.
Ähnliche Kunstwerke
Über den Künstler
Rembrandt van Rijn: Leben & Erbe
Frühes Leben und Ausbildung (1606-1625)
- Rembrandt Harmenszoon van Rijn wurde am 15. Juli 1606 in Leiden, Niederlande – einem geschäftigen Zentrum der Holländischen Republik im Goldenen Zeitalter – geboren.
- Sein Vater, Harmen Gerritszoon van Rijn, war Müller, und seine Mutter, Neeltgen Willemsdochter van Zuytbrouck, stammte aus einer Familie von Bäckerinnen. Dies ermöglichte Rembrandt den Zugang zur Bildung an der Lateinschule in Leiden.
- Um 1620 begann er eine Lehre bei Jacob van Swanenburg in Leiden.
- Ein entscheidender sechsmonatiger Zeitraum (1624) wurde unter Pieter Lastman in Amsterdam verbracht, dessen dramatische Verwendung von Licht und Schatten Rembrandts frühe Arbeit nachhaltig beeinflusste.
- Nach seiner Rückkehr nach Leiden gründete er um 1625 sein eigenes Atelier, das er mit dem Künstler Jan Lievens teilte.
Früher Karriere und Umzug nach Amsterdam (1625-1642)
- Rembrandt erlangte schnell in Leiden Anerkennung für seine historischen Gemälde und Porträts.
- Im Jahr 1629 profitierte er vom Gönnertum von Constantijn Huygens und erhielt Aufträge vom Haagischen Hof – ein Wendepunkt in seiner Karriere.
- Er zog 1631 nach Amsterdam und wurde als erfolgreicher Porträtist tätig, der wohlhabende Kunden anzog.
- Im Jahr 1634 heiratete er Saskia van Uylenburgh, die Tochter eines einflussreichen Juristen und Bürgermeisters, wodurch er gesellschaftlichen Einfluss und anfängliche finanzielle Stabilität erlangte.
Künstlerische Entwicklung und Stil
- Rembrandts künstlerische Entwicklung war durch ständige Experimente gekennzeichnet. Er ging von idealisierten Formen ab zu realistischen und emotional ausdrucksstarken Darstellungen.
- Frühes Zeitalter (ca. 1625-1635): Geprägt von detaillierter Realismus und dem Einfluss von Lastman.
- Reifes Zeitalter (ca. 1635-1650er): Charakterisiert durch die meisterhafte Verwendung von *Chiaroscuro* – dramatischem Licht und Schatten, das psychische Tiefe erzeugt. Seine Pinselstrichführung wurde lockerer und vermittelte Textur und Emotion.
- Spätes Zeitalter (ca. 1650er-1669): Eine Rückkehr zu einer gedämpfteren Farbpalette, die sich auf intime Porträts und biblische Szenen konzentrierte, die persönliche Kämpfe und spirituelle Reflexionen widerspiegeln.
Wichtige Werke und Leistungen
- Die Anatomie-Vorlesung von Dr. Nicolaes Tulp (1632): Pionierhaftes Gruppenporträt, das menschliche Anatomie und Persönlichkeit zeigt.
- Belshazzars Festmahl (1635): Dramatische biblische Szene, die meisterhafte Verwendung von Licht, Schatten und Komposition demonstriert.
- Die Wache (1642) – offiziell Militärkompanie des Bezirks II unter dem Kommando von Kapitän Frans Banninck Cocq: Ein dynamisches Gruppenporträt, das das Genre mit innovativer Komposition und Beleuchtung neu definierte.
- Selbstporträts: Ungefähr 40 Selbstporträts, die ein einzigartiges visuelles Zeugnis seines Alterns und seiner künstlerischen Vision bieten.
Einflüsse und Vermächtnis
- Italienische Meister: Studierte Werke von Titian, Caravaggio durch Drucke und Reproduktionen.
- Caravaggio: Die dramatische Verwendung von Licht und Schatten hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf Rembrandts Stil.
- Niederländische und flämische Künstler: Von zeitgenössischen Künstlern beeinflusst, die in der Holländischen Republik und Flandern wirkten.
- Rembrandt revolutionierte das Porträtmalerei, erhob die Radierung zu einer Kunstform von Rang und erforschte tiefgründige psychologische Themen.
- Trotz persönlicher Tragödien und finanzieller Schwierigkeiten dauerte sein Ruf an. Er gilt heute als Eckpfeiler der holländischen Kunst und als universelles Symbol des künstlerischen Genies.
Historische Bedeutung
- Rembrandts Werk spiegelt den Geist der Holländischen Goldenen Zeit wider – wirtschaftliche Prosperität, intellektuelles Aufblühen und künstlerische Innovation.
- Er erfasste die Essenz dieser Epoche durch Porträts, biblische Szenen, die bei den Zuschauern Anklang fanden, und die Erforschung universeller menschlicher Emotionen.
- Seine Lebensgeschichte – geprägt von Erfolg und Widrigkeiten – hat ihn zu einer faszinierenden Figur in der Kunstgeschichte gemacht. Er bleibt ein dauerhaftes Symbol für Hingabe zum Handwerk, selbst inmitten persönlicher Herausforderungen. Rembrandts Einfluss auf nachfolgende Generationen von Künstlern ist unermesslich.
Rembrandt van Rijn
1606 - 1669 , Niederlande
Kurzinfos
- Beeinflusste Künstler:
- Pieter Lastman
- Caravaggio
- Italienische Meister
- Bemerkenswerte Werke:
- Anatomie-Vorlesung Dr. Tulp
- Belshazzars Festmahl
- Die Nachtwache
- Selbstporträts
- Geburtsdatum: 15. Juli 1606
- Geburtsort: Leiden, Niederlande
- Künstlerische Richtung: Barockmalerei
- Nationalität: Niederländisch
- Sterbedatum: 1669
- Vollständiger Name: Rembrandt van Rijn



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