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Überzugeweihe

Adam Van Vianen (1568 – 1627)

Entdecken Sie Adam van Vianen (1568-1627), einen bedeutenden niederländischen Silberschmied und Medailleur. Meister des Auricular-Stils, bekannt für filigrane Designs und Barockthemen in Utrecht.

Rijksmuseum (Amsterdam, Niederlande)

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Die Entstehung der Überzugeweihe

Die Überzugeweihe wurde im Jahr 1614 von Adam Van Vianen geschaffen. Dieser gedeckelte Ewer entstand während des Goldenen Zeitalters der Niederlande, einer Ära von herausragender künstlerischer Produktion. Das Objekt ist ein Paradebeispiel des sogenannten aurikulären Stils – einer Methode, die durch wellenförmige, organische Formen besticht, welche fleischliche oder flüssige Gestalten nachahmen. Dieses spezifische Werk steht zudem in der Tradition des Manierismus, indem es strukturierte klassische Elemente mit einer rastlosen, dekorativen Energie verbindet.

Adam Van Vianen wirkte als Silberschmied und Medailleur, wobei sein Fokus auf der meisterhaften Bearbeitung edler Metalle lag. Die Erschaffung dieses Gefäßes erforderte das Treiben des Metalls aus einem einzigen Silberblatt. Der Künstler setzte eine Vielzahl von Werkzeugen ein, darunter Hämmer, Meißel und Punzen, um die endgültige Form zu vollenden. Dieser Prozess ermöglichte die Entwicklung der kunstvollen, erhabenen Oberflächenreliefs, die wir heute am Deckel und am Korpus des Ewer bewundern können.

Visuelle Komposition und symbolische Bildsprache

Die Silhouette des Gefäßes wird maßgeblich durch ein aviäres Thema geprägt. Der Deckel ist in der Form eines Vogelkopfes skulpturiert und verfügt an der Spitze über einen kleinen Ausguss zum Ausgießen. Im direkten Gegensatz dazu ist der Griff in der Nachbildung eines Vogelschwanzes geformt. Diese anatomischen Elemente erzeugen ein Gefühl von Bewegung über die vergoldete Silberoberfläche hinweg. Im Inneren des Ewer werden zwei Eidechsen oder Salamander dargestellt, die an der Innenwand entlangkriechen. Diese Figuren scheinen aus einer viskosen Masse hervorzutreten, in der Tier- und Menschenformen fließend ineinander übergehen.

Die Komposition nutzt diese sich wandelnden Formen, um einen Zustand ständiger Bewegung zu suggerieren. Die gewellten Oberflächen und das Entstehen von Leben aus einer dichten, flüssigkeitsähnlichen Substanz beziehen sich auf das Konzept der Ursuppe oder prima matera. Diese Bildsprache verbindet das physische Objekt mit alchemistischen Theorien über den Ursprung des Lebens aus unbelebter Materie. Das Zusammenspiel zwischen dem festen Metall und den fließenden Formen schafft eine visuelle Darstellung biologischer Entstehung.

Technische Meisterschaft und kostbare Materialien

Dieser Ausguss wurde aus verguld zilver, also feuervergoldetem Silber, gefertigt. Der gesamte Korpus des Gefäßes, einschließlich des integrierten Griffs und des Fußes, wurde aus einem einzigen Silberblatt getrieben. Diese kunstvolle Herstellungsmethode verzichtet vollständig auf das Zusammenfügen einzelner Teile und schafft so eine fließende, kontinuierliche Form, die ein Gesamtgewicht von 910 g aufweist.

Die Oberfläche des Metalls wurde durch aufwendiges Treiben und Ziselieren bearbeitet. Mit Hammer, Meißel und Punzen manipulierte der Künstler das Silber, um jene wellenförmigen, organischen Formen zu erschaffen, die so charakteristisch für den Auricular-Stil sind. Durch diese Techniken entsteht ein faszinierendes Spiel verschiedener Texturen auf dem Gefäß – von den glatten, hochglänzenden Oberflächen des Korpus bis hin zu den tiefen, reliefreichen Details des Deckels und des Innenraums.

Dimensionen und physische Merkmale

Dieses Kunstwerk besticht durch seine imposante Präsenz und misst 25 cm in der Höhe, 14 cm in der Breite und 9 cm in der Tiefe. Es wurde aus einem einzigen Silberblatt gefertigt, das durch die anspruchsvolle Technik des Treibens in seine vollendete Form gebracht wurde. Die Oberfläche des Metalls ist mit einer goldfarbenen Beschichtung versehen, bekannt als verguld zilver, die das gesamte Objekt umschließt. Diese Materialwahl verleiht dem Werk eine hochgradig reflektierende, leuchtende Oberfläche, die durch ihre wellenförmigen Konturen auf jede Lichtquelle reagiert und das Licht in einem faszinierenden Spiel einfängt.

Die physische Struktur des Objekts offenbart eine meisterhafte Formgebung: Der Deckel ist so gestaltet, dass er an einen Vogelkopf erinnert, wobei ein kleiner Ausguss an der Spitze zum Ausgießen dient. Während der Korpus des Gefäßes glatt und spiegelnd erscheint, ist der Griff so geformt, dass er die Anmutung eines Vogelschwanzes imitiert. Im Inneren des Kessels sind zwei kleine Salamander oder Eidechsen in das Metall getrieben, die eine lebendige Dynamik erzeugen. Der Fuß des Stücks ist weit ausgestellt und bietet so ein stabiles Fundament für die vertikale Form. Das gesamte Objekt weist ein Gewicht von 910 g auf.

Heutiger Standort und Museumssammlung

Die Überzugeweihe befindet sich heute im Rijksmuseum in Amsterdam. Sie ist unter der Objektnummer BK-1976-75 katalogisiert und bleibt ein dauerhafter Bestandteil der Sammlung des Rijksmuseums in den Niederlanden. Dieses prachtvolle, feuervergoldete Gefäß ist ein Zeugnis höchster Handwerkskunst und bewahrt die Geschichte des niederländischen Barock für die Nachwelt.

Die Bestände des Museums umfassen eine Vielzahl bedeutender Werke aus dem Goldenen Zeitalter der Niederlande. Zu den weiteren Objekten, die dem Schaffen dieses Künstlers zugeordnet werden können, gehören:

  • Ewer und Becken, 1614

Über dieses Kunstwerk

Eckdaten

  • Artistic style: Auricular-Stil
  • Subject or theme: Ursuppe
  • Movement: Barock
  • Year: 1614
  • Notable elements or techniques: Komplexes Vogelmotiv
  • Dimensions: Höhe 25 cm